Sternen Ursellen

Und schon ist wieder Schluss

Der neue Wirt Samuel Brunner hat den Sternen Ursellen am Samstag überraschend verlassen und den Betrieb geschlossen. Trotz noch laufendem Vertrag zieht er die Reissleine. Wirtschaftlicher Druck, persönliche Belastung und enttäuschte Erwartungen führten zum abrupten Ende.

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Pächter Samuel Brunner entschied sich, den Sternen zu schliessen. (Foto: Archivbild BERN-OST)

Der Entscheid fiel kurzfristig: Samuel Brunner, seit Herbst neuer Pächter im Sternen Ursellen, hat den Betrieb am Samstag geschlossen. Auch sein einziger Mitarbeiter wurde informiert und gekündigt. «Ich mag nicht mehr», sagt Brunner gegenüber BERN-OST offen. Die wirtschaftliche Realität habe ihn zur Aufgabe gezwungen.

 

Er spricht von konstanten Verlusten: «Es hätte eine wahre Umsatzexplosion geben müssen. Ich habe jeden Monat ein paar Tausend Franken draufgelegt – da ist mir mein Geld zu wertvoll.» An einen eigenen Lohn sei nie zu denken gewesen. «Ich hätte mir gerne mal einen Lohn ausbezahlt, war aber weit davon entfernt.»

 

Finanzielle Sorgen und andere Faktoren 

Neben den finanziellen Sorgen spielten auch persönliche Belastungen eine Rolle. Brunner berichtet von negativen Erfahrungen im Gästekontakt: Unter anderem habe er sich Kommentare anhören müssen, als er einen ausländischen Mitarbeiter anstellen wollte. «Dabei kann man doch nicht jemanden verurteilen, nur weil er oder sie nicht aussieht wie du und ich.» Verschiedene Faktoren seien zusammengekommen, so dass er sich entschlossen habe, den Betrieb nicht weiterzuführen.

 

«Ich bin enttäuscht, dass es kein Erfolg wurde», sagt Brunner. Gleichzeitig sei für ihn klar gewesen, dass es keinen Sinn mache, weiter Geld zu verlieren. «Ich sage mir einfach: ja nicht noch mehr Geld drauflegen.»

 

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Koch Samuel Brunner übernahm den Sternen im Herbst und wollte eine Beiz für Büetzer und Bodenständige bieten. (Foto: Archiv BERN-OST)

Neustart statt Durchhalten

Brunner ist nun wieder auf Stellensuche im Gastrobereich. «Ich komme gut zurecht.» Mit dem Eigentümer der Liegenschaft, Claude Müller, will er das weitere in den nächsten Tagen Vorgehen besprechen. Müller sei informiert, das detaillierte Gespräch stehe noch aus.

 

Eine Beiz mit bewegter Geschichte

Die erneute Schliessung ist der jüngste Punkt in einer langen Reihe von Wechseln im Sternen Ursellen. Im Juni 2024 hatten die Wirtsleute Stefano Petrarca und Sandra Gerber angekündigt, den Sternen Ursellen zu verlassen und das Restaurant Mirchel zu übernehmen. Das traditionsreiche Haus in Ursellen wurde damit frei für eine neue Lösung.

 

Nachdem sich kein geeigneter Pächter fand, entschied sich Eigentümer Claude Müller im Herbst 2024, den Sternen selbst wiederzueröffnen. Er setzte auf eine gutbürgerliche, emmentalische Küche, investierte in Umbauten und wollte dem Betrieb wieder Stabilität geben.

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Der Sternen Ursellen wartet wieder auf sein weiteres Schicksal. (Foto: Archiv BERN-OST)

Beiz für Büetzer und Bodenständige 

Im Herbst 2025 kam es dann erneut zu einem Wechsel: Der bisherige Koch Samuel Brunner übernahm den Betrieb als Pächter. Mit viel Erfahrung aus unterschiedlichsten gastronomischen Stationen – von Militärküche bis Gault-Millau – wollte er den Sternen als bodenständige Beiz für alle weiterführen. Neu eingeführt wurden unter anderem ein sogenannter «Büetzerrabatt» und eine bewusst schlank gehaltene Menükarte.

 

Zukunft ist noch offen

Die Hoffnung war, dass nach den vielen Wechseln wieder Ruhe einkehren könnte. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Mit der erneuten Schliessung steht der Sternen Ursellen erneut ohne Pächter da. Wie es weitergeht, ist offen – und hängt nun davon ab, welche Lösung Eigentümer Claude Müller nach seiner Rückkehr aus den Ferien anstrebt.


Autor:in
Res Reinhard, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 26.01.2026
Geändert: 26.01.2026
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