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Unihockey NLA - Wiederbeginn der Tigers knapp und deutlich nicht geglückt

Nach über drei Monaten Unterbruch haben die Unihockey Tigers mit einer Doppelrunde die Meisterschaft wieder aufgenommen. Einem spektakulären Spiel gegen den HCR mit Niederlage nach Verlängerung steht eine deutliche Niederlage gegen Wiler-Ersigen gegenüber.

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Der Penalty-Profi des HCR traf zweimal mittels "Zorro". (Bild: www.flickr.com/photos/swissunihockey)
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Vor leeren Rängen verlieren die Tigers (hier mit Aeschlimann) gegen den HCR nach Verlängerung. (Bild: www.flickr.com/photos/swissunihockey)
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Restart gegen HC Rychenberg Winterthur (knapp) nicht geglückt

 

Die Tigers hatten bis zum Corona-Unterbruch ein sehr selbstbewusstes und erfolgreiches Unihockey gespielt und vier Siege aus fünf Spielen einfahren können. Die Frage vor dem Auswärtsspiel gegen Rychenberg-Winterthur lautete also: Konnten die Tigers ihre gute Form konservieren?

 

Beide Mannschaften starteten etwas zögerlich ins Spiel. Man spürte, dass niemand den ersten Fehler begehen mochte. In der 8. Minute verwandelte Rychenberg mittels Zorro-Move eiskalt zum 1:0, nachdem eine Kontersituation nur mit hohem Stock hatte verhindert werden können. Jeder Ball wurde hart umkämpft und beide Teams standen solid in Ihrem Defensivsystem, nur via Konter kamen hie und da gefährliche Aktionen vor dem gegnerischen Tor zustande. So war es auch in der 15.  und 17. Minute: Eine vielversprechende Offensivaktion der Tigers wurde abgefangen, worauf ein Winterthurer durch die Mitte losziehen konnte und ungehindert das 2:0 erzielen konnte und beim 3:0 durch ein schnelles Überbrücken der Mittelzone von Winterthur und wegen der mangelhaften Zuteilung der Tigers. Die Bemühungen der Tigers wurden im ersten Drittel (noch) nicht belohnt. Beim ersten Pausentee war klar, dass man offensiv genau gleich weiterackern muss und den Gastgebern nicht mehr die heissgeliebten Konterchancen bieten darf.

 

Gesagt – getan! Zu Beginn des Mittelabschnitts erzielte Lucas Schlegel in Unterzahl den Shorthander zum 3:1. Der Bann war gebrochen, denn keine Minute später verwertete Micha Strohl einen Abpraller mittels Backhandschuss zum 3:2. Trotz ungenutzter Überzahlsituation loderte das Offensivfeuer der Tigers gehörig weiter und der Ausgleich zum 3:3 fiel in der 31. Minute durch Marc Oliver Gerber. Doch in der 35. Minuten tappten die Tigers wieder in die Konter-Falle und schon hiess es wieder 4:3. „Was Winterthur kann, können wir auch“, dachte sich wohl Simon Flühmann, der das 4:4 nach einem herrlich vorgetragenen Gegenstoss erzielen konnte. Die Aufholjagd im Mittelabschnitt war gelungen.    

 

Trotz guten Chancen der Tigers zu Beginn des dritten Drittels, gelang die erstmalige Führung nicht und es waren die Rychenberger, welche in der 54. Minute mittels Freistoss zum 5:4 verwerten. Doch auch darauf hatten die Tigers wieder eine Antwort parat. Die wohl schönste Kombination des Abends schloss Simon Steiner in der 55. Minute zum abermaligen Ausgleich ab. Kurz danach war es endlich soweit, die Tigers konnten in der 56. Minute zum ersten Mal in Führung gehen. Nach einem Ballgewinn in der Defensive wurde blitzschnell umgeschaltet und Simon Flühmann liess sich alleine vor dem gegnerischen Schlussmann nicht zweimal bitten, um zum 5:6 einzuschieben. Nun war eine Reaktion des Heimteams gefragt und diese Reaktion kam. Keine Minute später endete ein ca. 3-fach abgelenkter Schuss im Netz der Tigers. Somit war die Partie kurz vor Schluss wieder ausgeglichen. Ab diesem Moment machte der Unihockeysport seinem guten Ruf alle Ehre. In der 58. Minute kam es zu einer heiklen Situation vor Jürg Siegenthaler, welche mit vereinten Kräften bereinigt wurde, doch die Unparteiischen sahen einen Fuss von Lucas Schlegel im Torraum, was nichts anderes bedeutete, dass der Penalty-Spezialist von Winterthur wieder antreten durfte. Dieser verwertete erneut mit einem Zorro-Move eiskalt zum 7:6. Kurz darauf verlies Jürg Siegenthaler sein Gehäuse, um einem sechsten Feldspieler Platz zu machen. Zu lange wurde es vor dem Rychenberger-Schlussmann nicht brenzlig, doch 3 Sekunden vor Schluss konnte vor dem gegnerischen Gehäuse ein Freistoss erzwungen werden. „Für einen Abschluss reicht die Zeit noch“, dachte man sich, doch daraus wurden zwei. Ein Schuss ins Gewusel und ein Abpraller in den Netzhimmel. Simon Steiner stand nach dem Abpraller genau richtig und verwertete zum vielumjubelten 7:7.

 

Die Overtime ist schnell erzählt. Ein Bodenspiel der Tigers wurde in der 61. Minute geahndet und die Winterthurer entschieden mit einem platzierten Schuss ins nahe Eck die engumkämpfte Partie zugunsten des Heimteams.

 

 

Deutliche Niederlage im Berner Derby gegen Wiler

 

Nach der ereignisreichen Partie am Samstag gegen den HC Rychenberg Winterthur und einem Punkt mehr auf dem Konto, reisten die Tigers zuversichtlich und mit Vorfreude nach Zuchwil mit dem klaren Ziel, dem Leader das Leben schwer zu machen. Dies wollte man mit einer gefestigten und aggressiven Defensive und einer mutigen Offensive erreichen.

 

Zu Beginn der Partie klappte dies aus Sicht der Tigers auch ziemlich gut. Der Gastgeber war häufiger im Ballbesitz, doch die Tigers-Verteidigung war stabil, aufsässig und liess nur wenige Chancen zu. Durch geradliniges Offensivspiel konnten die Tigers auch selber einige Tormöglichkeiten herausspielen. Im Abschluss fehlte aber oft die Genauigkeit, sodass die meisten Schüsse im Block des Gegners oder neben dem Tor landeten. Nach rund elf Minuten konnte Wiler die aufgerückte Tigers-Linie erfolgreich ausspielen und traf zur 1:0 Führung. Vier Minuten später traf Bürki mit einem platzierten Schuss aus der linken Halbposition zum 2:0, was auch dem Resultat nach dem ersten Drittel entsprach.

 

Auch im zweiten Drittel war Wiler feldüberlegen. Die Tigers-Defense war aber weiterhin aufsässig und mit einigen harten Zweikämpfen wurde die Stimmung in der Sporthalle von Zuchwil trotz dem Fehlen von Zuschauern angeheizt und die Emotionen kamen ins Spiel. Trotzdem vermochten die Gastgeber den Vorsprung stetig auszubauen. In dieser Phase ermöglichten dies die Tigers leider durch individuelle Fehler, so dass Wiler eher einfach zu den Toren kam. Offensiv veränderte sich aus der Sicht der Gäste wenig bis gar nichts. Selten konnten gute Torchancen herausgespielt werden und wenn, dann wurde das Ziel oft verfehlt. Somit lautete der Spielstand nach 40 Minuten 5:0.

 

Im letzten Spielabschnitt versuchten die Tigers den Druck im Forechecking vermehrt zu erhöhen. Daraus resultierten aber deutlich mehr gefährliche Konter als erfolgreiche Ballgewinne. Zudem agierten die Emmentaler auch im System zu ungeduldig, was oft zu Überzahlsituationen für das Heimteam führte. In der Offensive fehlten weiterhin die letzte Konsequenz und Genauigkeit im Spiel der Tigers. So kam es, dass Wiler-Ersigen den Vorsprung immer weiter ausbauen konnte. In der letzten Spielminute erzielte Joel Nyh nach einer schönen Einzelleistung doch noch den ersten Treffer für die Tigers zum 8:1 Endresultat.

 

Das Resultat mag vielleicht ein wenig zu hoch ausgefallen sein, doch aus Sicht der Gäste gibt es einige Punkte zu verbessern. Zeit um Trübsal zu blasen ist aber sowieso nicht vorhanden und auch gar nicht nötig. Aus den ersten zwei Dritteln können nämlich auch einige positive Aspekte im Hinblick auf die nächste Doppelrunde vom kommenden Wochenende mitgenommen werden. Die Tigers treffen am Samstag auf GC Zürich und am Sonntag auf Ad Astra Sarnen. Beide Spiele werden in der heimischen Espace Arena in Biglen ohne Zuschauer ausgetragen.

 

[i] Unihockey Tigers – GC Zürich
Samstag, 16.01.2021, 17:00 Uhr, live auf swissunihockey.tv


[i] Unihockey Tigers – Ad Astra Sarnen
Sonntag, 17.01.2021, 17:00 Uhr, live auf swissunihockey.tv


Autor*in
Marc Oliver Gerber & Lucas Schlegel, Unihockey Tigers
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Erstellt: 11.01.2021
Geändert: 11.01.2021
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