50 Jahre Wisler Elektro AG

«Unsere Geschichte wurde von einer stetigen Entwicklung geprägt»

Vor 50 Jahren legte Gründer Gottfried Wisler den Grundstein für die heutige Wisler Elektro AG in Zäziwil. Aus einem Einmannbetrieb ist ein regional verankertes Unternehmen geworden, das heute von seinem Sohn André Wisler geführt wird. Mit BERN-OST spricht er über die Entwicklung der Firma, mutige Entscheidungen, den Wandel der Elektrobranche und seine Wünsche für die Zukunft.

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Vor 50 Jahren machte sich Gottfried Wisler mit einem kleinen Elektroinstallationsbetrieb selbstständig. Über die Jahre entwickelte sich daraus die heutige Wisler Elektro AG, die heute rund 20 Mitarbeitende beschäftigt und seit einigen Jahren zur Burkhalter Gruppe gehört. Für Geschäftsführer André Wisler war die Firma von klein auf Teil des Alltags. Obwohl er zunächst gar nicht plante, in die Fussstapfen seines Vaters zu treten, entschied er sich schliesslich doch für eine Ausbildung als Elektroinstallateur und führt den Familienbetrieb heute bereits seit 25 Jahren mit.

 

BERN-OST: Was bedeutet Ihnen das 50 Jahr Jubiläum persönlich?

André Wisler: Ich merke, dass ich doch schon alt bin. (lacht) Ich bin mittlerweile seit 25 Jahren im Geschäft. Es macht mich stolz, dass sich die Firma über all die Jahre weiterentwickelt hat und sowohl gute als auch schwierigere Zeiten überstanden hat. Weder mein Vater noch ich haben je aufgegeben. Gerade in einer Zeit, in der vieles kurzlebiger geworden ist, ist es schön, eine Firma mit einer so langen Geschichte weiterführen zu dürfen.

Wenn Sie aus diesen 50 Jahren nur einen prägenden Moment auswählen müssten, welcher wäre das?

Einen einzelnen Moment gibt es eigentlich nicht. Unsere Geschichte war nie von einem grossen Ereignis geprägt, sondern von einer stetigen Entwicklung. Wir haben uns immer an neue Technologien angepasst und versucht, nicht einfach nur mitzuhalten, sondern möglichst innovativ und zukunftsorientiert zu bleiben. Dieser kontinuierliche Wandel hat das Unternehmen geprägt.

 

Gab es eine Entscheidung, die zunächst riskant erschien und sich später als Glücksgriff erwiesen hat?

Der Beitritt zur Burkhalter Gruppe war sicher eine solche Entscheidung. Wir wussten damals nicht, wie Kunden, Mitarbeitende oder auch ich selbst darauf reagieren würden. Sogar der Wechsel unseres Logos von Rot auf Gelb hatte eine grössere Wirkung, als man vielleicht denkt. Plötzlich war es nicht mehr ausschliesslich «die eigene Firma». Rückblickend war dieser Schritt aber eindeutig richtig.

 

Anfangs war es nicht ganz einfach. Einige Kunden fragten kritisch nach, andere KMU gratulierten uns und wussten, wie anspruchsvoll es geworden ist, als kleiner Betrieb allein am Markt zu bestehen. Auch bei den Mitarbeitenden gab es zunächst Skepsis. Innert kurzer Zeit, hatte sich dies jedoch gelegt. Im Alltag hat sich für sie kaum etwas verändert, ausser, dass unsere Fahrzeuge nun gelb statt rot sind. Dafür profitieren wir heute von einer professionellen Infrastruktur und modernen IT-Systemen, die wir als eigenständiges Unternehmen kaum hätten finanzieren können.

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Die Farbe des Logos und der Autos hat sich verändert, sonst ist vieles gleich geblieben. (Bild: zvg)

Gibt es etwas, das sich in den vergangenen 25 Jahren trotz aller Veränderungen kaum verändert hat?

Die Branche bewegt sich seit jeher in Wellen. Mal gibt es sehr viele Aufträge, mal etwas weniger. Das war schon immer so und wird wohl auch so bleiben. Wichtig ist, das Beste daraus zu machen. Geblieben ist auch unser Name. Früher hiess die Firma G. Wisler Elektro AG nach meinem Vater, heute Wisler Elektro AG. Dass der Betrieb auch nach 50 Jahren noch von der Familie Wisler geführt wird, ist alles andere als selbstverständlich.

 

Gibt es Mitarbeitende, die das Unternehmen fast so lange kennen wie Sie selbst?

Langjährige Mitarbeitende gibt es natürlich, aber so lange wie ich ist niemand im Betrieb. Die Wechselbereitschaft ist heute allgemein deutlich grösser als früher, besonders bei jungen Berufsleuten.

Viele KMU kämpfen mit Fachkräftemangel. Wie erleben Sie die Situation?

Der Fachkräftemangel beschäftigt uns schon seit Jahren. Ganz verschwunden ist er nicht, aber die Situation hat sich leicht verbessert. Ich stelle fest, dass unser Beruf wieder attraktiver geworden ist. Themen wie Photovoltaik, Elektromobilität oder Smarthome machen den Beruf abwechslungsreicher. Dadurch interessieren sich wieder mehr Fachkräfte für die Elektrobranche.

 

Teilweise kehren sogar Fachkräfte zurück, die der Branche ursprünglich den Rücken gekehrt hatten. Natürlich erhalten wir noch immer keine 30 Bewerbungen auf ein Stelleninserat. Mit etwas Glück finden wir jedoch immer wieder qualifizierte Mitarbeiter. Ich glaube, die grösste Krise haben wir inzwischen überwunden.

 

Welche Entwicklung in Ihrer Branche wird Ihrer Meinung nach unterschätzt?

Viele unterschätzen, wie stark die Elektrobranche in Zukunft noch wachsen wird. Elektroautos brauchen Ladestationen, Wärmepumpen benötigen elektrische Installationen und Photovoltaikanlagen gehören heute fast selbstverständlich dazu. Gleichzeitig interessieren sich die Menschen immer stärker für technische Möglichkeiten im eigenen Zuhause.

 

Smarthome-Lösungen sind heute gerade bei jüngeren Bauherrschaften ein grosses Thema. Vor 25 Jahren wollte ich solche Systeme verkaufen, damals bestand praktisch kein Interesse. Damals investierte man das Geld eher in eine hochwertige Küche oder Parkettböden. Heute investieren viele sehr gerne in moderne Gebäudetechnik.

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Die Elektro-Branche ist aktuell sehr gefragt, da immer wie mehr Dinge elektronisch funktionieren. (Bild: zvg)

Gibt es Entwicklungen, die Ihnen Sorgen bereiten?

Ja. In der Elektrobranche braucht es eine fundierte Ausbildung und entsprechende Qualifikationen, um einen Betrieb führen zu dürfen. Das schafft wichtige Sicherheitsstandards. Gleichzeitig gibt es heute immer mehr Firmen aus anderen Branchen, die beispielsweise Photovoltaikanlagen mit einer eingeschränkten Bewilligung installieren dürfen. Diese kennen zwar ihre Produkte sehr gut, verfügen aber oft nicht über eine vollständige elektrotechnische Ausbildung.

 

Dadurch fehlen manchmal wichtige Grundlagen oder das Verständnis für sicherheitsrelevante Zusammenhänge. Die Technik wird immer komplexer, und deshalb finde ich es wichtig, dass auch in Zukunft nur qualifizierte Unternehmen Elektroinstallationen ausführen dürfen. Sonst riskieren wir langfristig Sicherheitsprobleme.

 

Welchen Wunsch haben Sie für die Zukunft der Wisler Elektro AG?

Ich wünsche mir, dass wir unseren Weg weiterhin ruhig und stetig gehen können. Gesundes Wachstum ist spannend, weil dadurch für uns auch grössere und anspruchsvollere Projekte möglich werden. Gleichzeitig möchte ich, dass wir mit der technischen Entwicklung Schritt halten und bewusst entscheiden können, welche Bereiche wir weiter ausbauen möchten.

 

Besonders wichtig ist mir unser Team. Wir wollen Mitarbeitende weiterentwickeln, Lernende ausbilden und junge Menschen für diesen Beruf begeistern. Die Elektrobranche hat eine hervorragende Zukunft. Das möchten wir auch in den kommenden Jahren vermitteln. Und natürlich hoffe ich, dass die Wisler Elektro AG auch die nächsten 50 Jahre erfolgreich unterwegs sein wird. (lacht)

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André Wisler ist es wichtig, seinen Beruf und die vielseitigen Arbeiten auch den jungen Menschen weiter zu geben. (Bild: zvg)

Jubiläumsfest

Die Wisler Elektro AG feiert ihr 50 jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsfest. Dieses findet am Samstag, 15. August, von 11 bis 17 Uhr am Firmensitz an der Gewerbestrasse 6 in Zäziwil statt.

Besucherinnen und Besucher erhalten Einblicke in die 50 jährige Firmengeschichte und können gemeinsam mit dem Unternehmen das Jubiläum feiern. Die Wisler Elektro AG lädt dazu Kundinnen und Kunden, Geschäftspartner sowie die interessierte Bevölkerung ein.


Autor:in
Pascale Groschel, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 12.08.2026
Geändert: 12.08.2026
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