Vom Lokführer zum Chef von 75 Angestellten
Beat Galli aus dem Bigenthal hat vor zehn Jahren den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. Heute führt er ein Unternehmen mit 75 Angestellten. Die Nachfrage ist hoch, die Verantwortung gewachsen. Neu ist sein Betrieb sogar zertifiziert.
Beat Galli (45) ist im Bigenthal aufgewachsen und hat eine Lehre als Elektromonteur absolviert. Die Faszination für die Bahn war früh da. «Mich interessierte die Bahn schon immer, vor allem das Bewegen der schweren Maschinen», sagt er. Lokführer zu werden sei ein Bubentraum gewesen.
Nach einem Einsatz im Kosovo im Rahmen der KFOR packte er die Chance zum Quereinstieg. Es folgte die Ausbildung zum Lokführer im Bereich Infrastruktur. Anders als im Personenverkehr geht es dabei um Unterhalt, Reparaturen und Umbauten an Gleisen. «Wir bewegen uns ständig auf gesperrten Gleisen und in Ausnahmesituationen.»
Der Schritt in die Selbständigkeit
Nach Stationen bei der Bahn und bei verschiedenen Firmen entschied sich Galli für einen Wechsel. «Ich fand, was die Unternehmung für mich macht, kann ich auch.» Vor zehn Jahren gründete er die Galli Beat Zugförderung GmbH.
Der Start verlief intensiv. «Die ersten fünf Jahre arbeitete ich viel.» Mit dem Wachstum kamen Zweifel. «Als die Firma wuchs, manchmal zu schnell, fragte ich mich schon, schaffe ich das?» Zehn Jahre später fällt die Bilanz klar aus: «So, wie es heute läuft, ist es eine gute Sache.»
75 Mitarbeitende und volle Auftragsbücher
Seine Firma vermittelt Lokführer und Begleitpersonal. Seit fünf Jahren gehört auch die Baustellensicherheit dazu. Insgesamt beschäftigt Galli 75 Personen, davon etwa 25 im Bereich Lokpersonal und 50 in der Baustellensicherung.
Die Nachfrage sei hoch. «Uns werden die Leute fast aus den Händen gerissen, wir haben fast immer zu wenig Personal.» Hauptauftraggeber sind SBB und BLS, dazu kommen private Unternehmen im Transport- und Baubereich.
Eigene Loks und grosse Investitionen
Galli ist nicht nur im Personalverleih tätig. Zusammen mit Partnern haben sie auch Lokomotiven übernommen. Zwölf Loks stammen von der SBB, weitere wurden beschafft und saniert. Eine Occasion-Lok koste um die 400'000 Franken, zusätzliche Investitionen beliefen sich auf mehrere Millionen. «Das ging nur dank Vertrauen der Banken.»
Zertifizierung als nächster Schritt
Letzten Monat erhielt das Unternehmen die SQS-Zertifizierung. Dafür wurde das Kader geschult, der Aufwand lag bei rund 100'000 Franken. «Die Zertifizierung zeigt, dass wir nach internationalen Standards arbeiten.» Für Kunden sei das ein wichtiges Signal, insbesondere im sicherheitsrelevanten Umfeld der Bahn.
Verbunden mit der Schiene
Galli ist heute Geschäftsführer und nicht mehr täglich selbst auf der Lok. Die Verbindung zur Arbeit auf den Gleisen bleibe jedoch bestehen. «Ich bin gerne auf den Gleisen unterwegs.» Am Beruf habe sich nichts geändert: «Nach wie vor ist das ein Traumjob.»
GB Galli Beat Zugförderung GmbH, Grindlachen 328, Bigenthal