Bahnhofareal Grosshöchstetten

Vom Plan zum Spatenstich

Wie soll sich das Bahnhofareal in Grosshöchstetten in den kommenden Jahren entwickeln? An einer gut besuchten Informationsveranstaltung stellten Gemeinde, BLS, Kanton und das Büro für Mobilität den aktuellen Stand der Planungen vor. Im Fokus stand die Etappe ab 2028. Langfristige Ideen reichen bis ins Jahr 2035 und darüber hinaus.

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Der Bahnhof Grosshöchstetten wird in zwei Etappen neu geschaltet. (Bild: pg)

An der Veranstaltung nahmen unter anderem Gemeindepräsident Raymond Beutler, Gemeinderätin Elena Zink, Valérie Sauter vom Büro für Mobilität, Marco von Känel als Vertreter der BLS sowie Anne-Lene Mage vom kantonalen Tiefbauamt teil.

 

Erste Etappe ab 2028 im Zentrum

Die öffentliche Mitwirkung bezieht sich laut Gemeindepräsident Raymond Beutler vor allem auf die erste Ausbauetappe ab 2028. Grundlage dafür bildet eine Vorstudie, deren Ergebnisse nun zur Diskussion stehen. «Die Rückmeldungen aus der Mitwirkung sollen direkt in das Vorprojekt einfliessen», sagte Beutler. Der Spatenstich müsse spätestens Anfang 2029 erfolgen, da die Gemeinde in ein Agglomerationsprogramm eingebunden sei und die Bundesbeiträge an feste Termine geknüpft seien.

 

Geplant sind unter anderem eine neue Bus-Wendeschlaufe, hindernisfreie Bushaltestellen und Fusswege zum Bahnhof, eine attraktivere Umsteigebeziehung zwischen den Verkehrsmitteln sowie der Ausbau von Park & Ride- und Bike & Ride-Anlagen. Auch Angebote im Bereich Shared Mobility sollen berücksichtigt werden. Dorfseitig ist eine höhere Aufenthaltsqualität vorgesehen, während Richtung Konolfingen verkehrsorientierte Nutzungen wie Parkplätze und die Businfrastruktur geplant sind. Ein zentrales Thema war zudem eine mögliche Unterführung von der Niesenstrasse zum Bahnhof.

 

Valérie Sauter vom Büro für Mobilität erklärte, dass eine Unterführung erst in einer späteren Etappe ab 2035 realistisch sei, wenn Gleisverschiebungen umgesetzt würden. «Bis dahin ist für die Hindernisfreiheit ein Schräglift bei der Niesenstrasse vorgesehen», so Sauter. Die Kosten für die Etappe 2028 belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Franken und liegen damit innerhalb der im Agglomerationsprogramm angemeldeten vier Millionen Franken. Über die Hälfte der Kosten könnten Bund und Kanton übernehmen. Der Rest werde zwischen Gemeinde und BLS aufgeteilt, wobei die genaue Verteilung noch offen ist.

 

Langfristige Szenarien der BLS bis 2035+

Marco von Känel von der BLS stellte die langfristigen Überlegungen für die Zeit ab 2035 vor. Dabei handle es sich ausdrücklich um strategische Szenarien und nicht um fertige Projekte. «Wir denken in Möglichkeiten und prüfen, was technisch machbar ist», sagte von Känel. Ziel sei unter anderem, dass sich in Grosshöchstetten künftig zwei Züge kreuzen könnten und Durchfahrten mit bis zu 75 Stundenkilometern möglich würden.

 

Aktuell gebe es vier bis fünf technisch realisierbare Varianten. Geprüft würden unter anderem Aussenperrons oder ein Mittelperron, da der heutige Zwischenperron nur über Gleisquerungen erreichbar sei und Sicherheitsrisiken berge.

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Behindertengerecht sei der Bahnhof, soll jedoch verbessert werden. (Bild: pg)

Aus dem Publikum kam zudem die Frage nach der Zukunft des bestehenden Bahnhofsgebäudes. Dieses sei weder im bahnhistorischen Inventar noch beim Kanton geschützt, erklärte von Känel. Sollte es im Rahmen einer späteren Etappe zu einer Unterführung kommen, könne ein Abbruch notwendig sein, da eine hindernisfreie Lösung viel Platz beanspruchen würde. «Die Wahrscheinlichkeit ist da, aber es ist nicht definitiv», sagte von Känel.

 

Eine weitere betraf das bestehende Bahnhofsgebäude: Wird es abgerissen? Marco von Känel erklärte, dass das Gebäude weder im bahnhistorischen Inventar noch beim Kanton geschützt sei. Sollte es im Rahmen einer späteren Unterführung nötig werden, könnte ein Abbruch erforderlich sein, da eine hindernisfreie Lösung viel Platz beanspruchen würde. «Die Wahrscheinlichkeit ist da, aber es ist nicht definitiv», sagte er.

 

Eine weitere Frage bezog sich auf das Postgebäude. Valérie Sauter erklärte, dass derzeit Gespräche mit der Post laufen, wie eine langfristige Nutzung oder ein Abriss möglich wäre. Strategische Szenarien könnten eine Fläche auf dem Postgrundstück vorsehen, entschieden sei jedoch noch nichts.

 

Zum Schneiter-Pavillon wollte jemand wissen, wie die Nutzung künftig aussieht. Marco von Känel antwortete, dass der Pavillon so lange genutzt werden könne, bis der Platz für Bushaltestelle und Veloabstellplätze benötigt werde. Ab 2028 werde der Platz für Velo gebraucht.

 

Auch der Kiosk war Thema. Marco von Känel versicherte, dass der Kiosk einen Langzeitvertrag habe und in der Etappe 2028 erhalten bleiben soll. Die Überdachung bleibe ebenfalls bestehen.

 

Ein weiterer Punkt war die Kantonsstrasse. Anne-Lene Mage erklärte, dass die Umgestaltung des Bahnhofsareals den Anlass gebe, die Strasse genauer zu prüfen. Sie entspreche aktuell nicht den Standards für Verkehr und Querung. Varianten würden geprüft, Mitwirkung sei geplant, konkrete Ergebnisse lägen noch nicht vor.

 

Zur Finanzierung fragte ein Zuhörer, warum die BLS nicht mehr Kosten übernehme. Von Känel antwortete, dass dies klar im Drittmittelkonzept geregelt sei: Was die Bahn, der Kanton und die Gemeinde finanziere, sei festgelegt.

 

Ein Anliegen betraf die «problematische Situation im Bereich Bahnübergang und Kreuzung» gleich neben dem Bahnhof: Marco von Känel versprach, dass die Situation rechtzeitig geprüft und geplant werde.

 

Schliesslich wurde die angekündigte Tunnelsanierung angesprochen. Marco von Känel erklärte, dass der Tunnel sicherheitsmässig angepasst und der Boden abgesenkt werden müsse. Ersatzverkehr werde nötig sein, wobei Synergien mit anderen Bauarbeiten genutzt werden sollen.

 

Zum Abschluss betonte Valérie Sauter, wie wichtig die Beteiligung der Bevölkerung sei. Hinweise und Anliegen sollen frühzeitig in die Planung einfliessen und so die weitere Entwicklung des Bahnhofareals mitgestalten.


Autor:in
Pascale Groschel, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 27.01.2026
Geändert: 27.01.2026
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