Vom Weihnachtsbaum zum Weiher
Auf einer gemeindeeigenen Parzelle an der Aare in Münsingen ist eine ökologische Aufwertung geplant. Vorgesehen sind unter anderem ein Weiher, Hecken, eine extensive Wiese und neue Lebensräume für verschiedene Tier und Pflanzenarten.
Die Gemeinde Münsingen plant auf der rund 0,54 Hektaren grossen Parzelle «Wyss» südlich der Schützenfahrbrücke eine ökologische Aufwertung. Die Fläche an der Aare ist in der Region vor allem als ehemalige Weihnachtsbaumplantage bekannt. Direkt daneben befinden sich zudem ein öffentlicher Grillplatz und ein stark frequentierter Spazierweg. Nachdem die Pacht Ende 2025 ausgelaufen ist, soll die Fläche wieder als Wiesland hergestellt und gleichzeitig ökologisch aufgewertet werden.
Gemäss Baupublikation sind eine extensive Wiese, Hecken und Buschgruppen, ein rund 300 Quadratmeter grosser Weiher sowie Ast und Totholzhaufen vorgesehen. Damit sollen verschiedene naturnahe Lebensräume entstehen. Ziel ist es, unter anderem den Fadenmolch, die Zauneidechse, die Ringelnatter sowie verschiedene Libellenarten zu fördern und den Vernetzungskorridor entlang der Aare aufzuwerten.
Mehr Platz für Natur und Tier
Um die neu geschaffenen Lebensräume besser zu schützen, sieht das Projekt laut Baupublikation entlang des Spazierwegs Wildhecken vor. Diese sollen als Sichtschutz dienen und Besucher lenken. Gleichzeitig bleiben zwei Sichtfenster erhalten, die Einblicke auf das aufgewertete Gebiet ermöglichen. In den ersten Jahren nach der Pflanzung sind zudem ein einfacher Zaun sowie Hinweis und Verbotstafeln geplant, um zu verhindern, dass die Hecken, der Weiher und die neu angesäte Wiese betreten werden.
Bis nächstes Jahr
Die geplanten Aufwertungsmassnahmen sind an die Arbeiten des Wasserverbunds Region Bern gebunden. Laut Baupublikation sollen die Bauinstallationen voraussichtlich im nächsten Frühling zurückgebaut werden. Danach sind unter anderem der Bau des Weihers, die Ansaat der Wiese und die Pflanzung der Hecken vorgesehen. Der Abschluss der Renaturierung ist für nächstes Jahr geplant.
Kosten und Beiträge
Die Kosten für die Aufwertungsmassnahmen werden gemäss Kostenschätzung auf rund 92'000 Franken veranschlagt. Für die Projektleitung und Baubegleitung sind zusätzlich rund 9'200 Franken vorgesehen. Die Finanzierung soll voraussichtlich über den Renaturierungsfonds des Kantons Bern und den BKW Ökofonds erfolgen. Der Renaturierungsfonds hat eine Beteiligung von 60 bis 80 Prozent an den Projektkosten in Aussicht gestellt, der BKW Ökofonds eine Unterstützung von bis zu 50'000 Franken. Damit kann das Projekt voraussichtlich vollständig über diese Fördermittel finanziert werden.
Auch nach der Umsetzung sind regelmässige Pflegearbeiten notwendig. Gemäss Kostenschätzung werden diese auf rund 3'600 Franken pro Jahr veranschlagt. Dazu gehören unter anderem das Zurückschneiden von Gehölzen, die Pflege der Wiese und des Weihers sowie die Bekämpfung von Neophyten.