Von der Waldsuche bis zum Brunch
Ostern bedeutet für viele Familien mehr als nur Schokolade und bunte Eier. In der Region pflegen Gross und Klein ihre eigenen Bräuche, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Drei Familien aus der Umgebung erzählen, wie sie das Fest feiern.
Erika B., 50 Jahre alt aus Kiesen: «Früher haben wir Karfreitag immer mit der ganzen Familie gefeiert, etwa 20 Leute waren wir. Meine Eltern versteckten die Osternester im Wald, und jeder musste sein eigenes suchen, auch die Erwachsenen. Das dauerte manchmal ganz schön lange, aber für Gross und Klein war es ein riesiger Spass.» Nach der Schatzsuche sammelten die ganze Truppe Kräuter für das Eierfärben, gleichzeitig nutzte der Hund die Gelegenheit für seine Gassirunde. «Zurück bei den Grosseltern gab es zuerst einen Apero, und dann wurden die Eier gefärbt – mit Kräutern, Blättern, Gräsern und manchmal sogar Strümpfen», erzählt Erika B. «Die Frauen waren dabei meist am kreativsten, während die Grossmutter die Eier kochte. Die Männer halfen nur kurz mit, damit sie am Schluss sagen konnten, das schönste Ei sei von ihnen.» Früher spielten die Kinder bei schönem Wetter im Garten, später halfen sie beim Färben. «Abends assen wir alle zusammen, das war immer ein richtiges Familienfest.»
Nicole M., 38, Trimstein: Bei ihr steht der Ostersonntag im Zeichen des Brunchs. «Die ganze Familie trifft sich abwechselnd bei mir oder meinem Bruder. Die Gastfamilie bringt Zopf und frische Brötchen mit, wir kümmern uns um den Rest», erklärt Nicole M. Die Eltern bringen meist bereits gefärbte Eier mit, die dann gemeinsam tütscht werden. «Am Nachmittag machen wir, wenn das Wetter mitspielt, einen Spaziergang an der Aare oder im Wald. Regnet es, wird halt Karten gespielt», sagt sie schmunzelnd.
Seline und Adrian, Kinder, 6 und 8 Jahre, Rubigen: Für die Kinder ist der Höhepunkt des Tages das Osternest im Garten. «Der Osterhase hat das Nest versteckt, und wir dürfen schon beim Frühstück etwas naschen», erzählen Seline und Adrian. Seline liebt weisse Schokolade, Adrian bevorzugt die braune – so ist sofort klar, welches Nest wem gehört, verraten wird das aber nie. Adrian erinnert sich noch genau: «Mein Nest war letztes Jahr in der Sandkastenkiste.» Am Nachmittag geht es zu den Grosseltern, wo nochmals ein Nestli wartet und vom Götti oder der Gotti ein Schokohase und ein Bazen ins Kässeli gelegt werden. «Dann spielen wir zusammen und essen mit der Familie», fügen die beiden hinzu.
Ostern wird in jeder Familie anders gefeiert und jede Tradition hat ihre eigene Geschichte. Welche Rituale pflegen Sie an den Festtagen? Teilen Sie Ihre Lieblingsmomente mit uns und lassen Sie uns gemeinsam entdecken, wie vielfältig Ostern in der Region gefeiert wird.