Anlass in Grosshöchstetten

Was Marc Jost wütend macht

Die Freie Evangelische Gemeinde Grosshöchstetten hat Nationalrat Marc Jost (EVP) zum Gespräch eingeladen. Vor rund 110 Personen erzählte er am Sonntag, weshalb ihn Armut und Ungerechtigkeit in die Politik gebracht haben.

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Nationalrat Marc Jost (rechts) im Gespräch unter dem Motto «Was uns trägt» mit Pastor Thomas Aschwanden. (Bild: Micha Bigler)

Unter dem Titel «Anständig bleiben, wo es hart wird» sprach Marc Jost auch über Wut. Armut und Ungerechtigkeit machten ihn aggressiv. Das sei der Grund, weshalb er Politik mache. Als er in Flüchtlingslagern im Libanon syrische Kinder barfuss im Schnee gesehen habe, sei für ihn klar gewesen: «Das geht doch nicht.» Sofort reagiere er aber selten. Er schlafe darüber und bespreche es mit seiner Frau.

 

Ab nach Kolumbien

Geprägt habe ihn bereits ein Praktikumsjahr in Kolumbien, das er während des Theologiestudiums mit seiner Frau verbrachte. Das Land steckte im Bürgerkrieg, mit Bombenanschlägen und extremer Armut. Damals sei ihm bewusst geworden, wie wichtig es sei, wie ein Land regiert werde.

 

Jost war Lehrer, Pastor und Generalsekretär der Schweizerischen Evangelischen Allianz. Einen Plan für diesen Weg habe er nie gehabt. Er sei aber bereit gewesen, dorthin zu gehen, wo Gott ihn brauche.

Kritik unter vier Augen

In seiner Partei gelte er als der Nette, sagte Jost. Darin sehe er keinen Nachteil. Kritik übe er nach Möglichkeit unter vier Augen. In einer Kommission habe er einmal jemanden direkt auf dessen Ton angesprochen. Die Person habe sich danach bei ihm entschuldigt. Im Alltag helfe ihm die Frage: «Was würde Jesus jetzt machen?»

 

Wenn es nicht laufe, helfe ihm der Blick zurück. An freien Tagen lese er in alten Gebetstagebüchern nach, wie Gott ihn vor zwölf oder fünfzehn Jahren durchgetragen habe. Seit seiner Jugend habe er zudem einen Seelsorger, mit dem er auch das Schwierigste besprechen könne.

Zum Abschluss der Gesprächsreihe ist am Sonntag, 15. November, um 9.30 Uhr Florian Wüthrich von Livenet zu Gast. Das Thema lautet «Gute Nachrichten, ehrlich». Der Anlass in der Kapelle der FEG am Kapellenweg 6 ist öffentlich.


Autor:in
pd/rb, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 29.10.2026
Geändert: 29.10.2026
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