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Weihnachtsmarkt 2020: Nur Konolfingen zieht es durch

Wie vielen anderen Anlässen macht Corona in diesem Jahr auch den Weihnachtsmärkten einen Strich durch die Rechnung. Ausser Konolfingen sagten alle Gemeinden der Region die Traditionsveranstaltung ab*. Münsingen schaffte den Weihnachtsmarkt schon letztes Jahr ab, und in Rubigen fühlt sich niemand mehr zuständig.

Weihnachtsleckerlis gibts 2020 nur in Konolfingen. (Bild: Archiv BERN-OST/Res Reinhard)

Der Duft von Glühwein und Lebkuchen wird heuer nicht durch die Region Bern-Ost ziehen. Am Montag sagte auch noch Oberdiessbach den Weihnachtsmarkt ab. "Aufgrund der unsicheren Lage in Bezug auf Covid-19 und der einzuhaltenden Auflagen, haben wir uns schweren Herzens entschieden, den diesjährigen Weihnachtsmarkt nicht durchzuführen", schreibt die Gemeinde.

 

Ähnlich klingt es in Worb: "Ein ungetrübter Besuch des Worber Weihnachtsmärit ist unser höchstes Ziel, und dieses ist mit dem heutigen Stand des Wissens nicht gewährleistet. Auch in Boll sieht die Gemeinde von einer Durchführung des Traditionsanlasses ab. Genauso entschied der Gemeinderat in Grosshöchstetten. Er sagt den Herbst- und den Adventmarkt ab und schreibt: "Durch die erforderlichen und angedachten Massnahmen verlieren die Märkte einen grossen Teil ihres Charakters, im Besonderen das Verweilen an den Ständen und auf den Strassen." Der Herbstmarkt soll sogar in Zukunft nicht mehr stattfinden.

 

Konolfingen wagt es

Von der Absage aus Grosshöchstetten profitiert die Nachbarsgemeinde Konolfingen. Als einzige Gemeinde der Region führt sie den Weihnachtsmarkt durch. Normalerweise findet der Markt in beiden Orten am selben Wochenende statt: am Freitag in Konolfingen und am Samstag in Grosshöchstetten. Da der letztere in diesem Jahr ausfällt, beschloss der Handwerker- und Gewerbeverein Konolfingen kurzerhand, den Samstag zu kapern. So kann man die Besucher*innen auf den ganzen Tag verteilen. Laut Hedy Gerber, die für die Organisation des Weihnachtsmarkts in Konolfingen zuständig ist, hätte sich das gesamte Publikum am Freitag jeweils auf den Feierabend konzentriert.

 

"Es kann doch nicht immer alles abgesagt werden", begründet Gerber die Durchführung des Weihnachtsmarkts trotz Corona. Das Gewerbe habe zum Teil schon mit den Vorbereitungen begonnen und den Vereinen fehle Geld, das sie mit den abgesagten Anlässen im Sommer hätten einnehmen können. Denen wolle man eine Chance geben sich zu präsentieren, meint Gerber. Alle Aussteller sind an ihrem Stand selbst verantwortlich für die Einhaltung und Umsetzung der aktuellen Schutzmassnahmen und Hygienevorschriften des BAG und des Kantons. Um das "Contact-Tracing" zu gewährleisten, wird der Markt in zwei Zonen aufgeteilt: eine Foodzone für die Verpflegungsstände und eine Marktzone für die übrigen Marktstände.

 

Rubigen weiss von nichts

In Münsingen fand schon im letzten Jahr kein Weihnachtsmarkt mehr statt. Der wurde durch den kulturellen Adventskalender "Kultursofa" ersetzt. Stand heute soll das Kultursofa stattfinden. Nebenan in Rubigen wurde der Weihnachstmarkt jeweils von den Betreiber*innen des Restaurants Bistrotto organisiert. Wirtin Cornelia Wittwer-Rüfenacht gab schon anfangs Jahr bekannt im November 2020 aufzuhören. Jetzt fühlt sich anscheinend niemand in der Gemeinde zuständig. Auch auf der Gemeindeverwaltung weiss man nichts vom Weihnachtsmarkt.

 

* Die Gemeindeverwaltung Kiesen teilt mit, dass auch der Adventsmärit Kiesen stattfindet, und zwar am Samstag, 28. November, von 12 bis 20 Uhr. Wir entschuldigen uns für diesen Fehler. 


Autor*in
Adrian Kammer, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 17.10.2020
Geändert: 17.10.2020
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