Open Air Hofrock

Wenn der Hof zur Bühne wird

Am Samstag, 23. Mai, geht das Hofrock Open Air in Oppligen in die zweite Runde. Hinter dem Anlass steht ein kleines Organisationsteam, das bewusst auf Kommerz verzichtet und stattdessen das gemeinsame Musikerlebnis ins Zentrum stellt.

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Chirstoph Lädrach (l.) und Sandro Mühlemann organiseren das Open Air Hofrock. (Bild: zvg)

«Ich wollte das Open Air wieder starten, weil es im Frühling einfach zu wenig Gelegenheiten gibt, bei denen man zusammenkommt», sagt Christoph Lädrach. Zuvor fand das Open Air Hofrock mehrere Jahre auf dem Hof von Sandro Mühlemann statt, welches er regelmässig besuchte. So sei die Idee entstanden, den Anlass erneut ins Leben zu rufen – diesmal auf dem Hof von Jonas Hofer. «Auf einmal kam ein Anruf von Christoph», erinnert sich Hofer. «Er sagte, er habe eine Idee und wir sollten uns auf ein Bier treffen.» Die beiden kennen sich noch aus der Schulzeit, hatten jedoch lange keinen Kontakt mehr.

 

Die Grundlage für den Anlass lieferte Hofers Betrieb. «Ich mache hier seit Jahren einmal im Jahr ein Sommerfest, mit Konzept und allem drum und dran», erzählt er. Daraus seien nach und nach weitere kleinere Events entstanden. «Auf einmal hatten wir bis zu 500 Leute auf dem Hof. Entsprechend haben wir heute eine ziemlich gute Infrastruktur.»

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Zwischen den Obstbäumen vor dem Hof von Jonas Hofer, wird das Festival stattfinden. (Bild: zvg)

Das Open Air selbst wird jedoch von Christoph Lädrach und Sandro Mühlemann organisiert. Sie kümmern sich um Bands, Technik, Bar und Ablauf. Hofer stellt den Hof zur Verfügung und übernimmt mit seinem Verein Hornochs die Verpflegung. «Wir machen alles selber», sagt er. «Das Fleisch kommt direkt vom Hof. Aber es gibt auch einen Vegi-Burger, für alle, die das lieber möchten.»

 

Musikalisch ist der Anlass klar ausgerichtet. Alle 5 Bands stammen aus der Metal-Szene, 2 davon stehen bereits seit über 30 Jahren auf der Bühne. «Als wir noch zur Schule gingen, lief die Band Uristier bei uns schon rauf und runter», erinnert sich Hofer. «Dass sie jetzt hier auf dem Hof spielen, ist schon unglaublich toll.» Auch viele regionale Acts sind dabei. «Einige sind sogar ehemalige Schulkollegen von uns», ergänzt Lädrach.

 

Eine richtige ‹Chiubi›

Der Anlass verstehe sich bewusst als Non-Profit-Projekt. «Es ging uns nie darum, Geld zu verdienen, sondern darum, im Frühling wieder einmal eine richtige ‹Chiubi› zu organisieren», so Lädrach. Wichtig sei vor allem, dass die Rechnung am Schluss aufgehe. Dank eines kleinen Überschusses aus dem Vorjahr konnte die Infrastruktur dennoch ausgebaut werden. «Letztes Jahr hatten wir eine Bühne aus einem Wagen gebaut, dieses Jahr ist es ein deutliches Update», ergänzt Hofer.

 

Im Mittelpunkt steht jedoch nicht das Angebot, sondern die Atmosphäre. «Es geht vor allem darum, gemeinsam Musik zu hören und etwas zu trinken», sagt Mühlemann. Das Publikum sei tendenziell etwas älter und schätze genau diese unkomplizierte Stimmung. Auf aufwendige Infrastruktur wird bewusst verzichtet. Stattdessen sorgen Feuerschalen, Strohballen und einfache Sitzgelegenheiten für ein «urchiges» Ambiente. Wer möchte, kann zudem direkt vor Ort zelten.

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Durch die Einnahmen vom letzten Jahr, wird es dieses Jahr eine grössere Bühne geben. (Bild: zvg)

Wie viele Besucherinnen und Besucher kommen werden, hängt stark vom Wetter ab. Im vergangenen Jahr waren es rund 100 Personen. «Wenn es regnet, sind es vielleicht 50, bei schönem Wetter entsprechend mehr», so Mühlemann. Das OK bleibt gelassen. «Wir haben einmal gesagt, mit 50 Leuten sind wir zufrieden», ergänzt er lachend.

 

Trotz minimaler Werbung, hauptsächlich über einen Facebook-Event, habe sich der Anlass bereits herumgesprochen. «Viele kommen über Empfehlungen», sagt Lädrach. Entscheidend sei ohnehin etwas anderes: «Uns ist wichtig, dass man friedlich zusammen sein kann. Das kommt heute manchmal zu kurz.»

 

Feiern, egal bei welchem Wetter

Sollte das Wetter nicht mitspielen, zeigen sich die Organisatoren flexibel. «Dann finden wir eine Lösung, bauen ein Dach oder eine Hütte», sagt Hofer. An handwerklichem Know-how im Freundeskreis mangele es jedenfalls nicht.

 

So oder so steht für das OK fest: Das Hofrock Open Air ist geplant und wird mit mehr oder weniger Leute bei jedem Wetter stattfinden.

Das Hofrock findet am 23. Mai 2026 statt auf dem Hof von Jonas Hofer an der Deibergstrasse 12 in 3629 Oppligen. Tickets zum Vorverkauf gibt es hier.


Autor:in
Pascale Groschel, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 10.04.2026
Geändert: 10.04.2026
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