Bratwurst statt Bestzeiten
Ein bisschen bewegen, aber vor allem viel Spass haben: Vielleicht ist das der Grund dafür, dass Walkringen als eine der wenigen Gemeinden seit Anfang an beim Coop-Gemeindeduell mitmacht. OK-Präsident Christoph Pfister erzählt, wieviel sportlichen Eifer die Gemeinde zeigt, und was auch noch wichtig ist.
Das Rennen um den ersten Platz als «bewegteste Gemeinde der Schweiz» läuft flauer als auch schon: Vor ein paar Jahren beteiligten sich aus der Region Bern-Ost noch etliche Gemeinden von Bowil über Worb bis Rubigen am Coop-Gemeindeduell und sammelten Bewegungsminuten.
Bei der diesjährigen Ausgabe sind nur noch Münsingen und Walkringen dabei, Walkringen bereits zum neunten Mal, und ohne Corona-Aussetzer wäre es bereits die Zehn-Jahres-Jubiläumsausgabe. Zum ersten Mal laufen dort den ganzen Monat Mai hindurch verschiedene Angebote. Wir wollten von OK-Präsident Christoph Pfister wissen, wie ehrgeizig die Gemeinde das Ganze angeht.
BERN-OST: Heute machen gar nicht mehr so viele Gemeinden beim Gemeindeduell mit, Walkringen ist schon seit 2008 dabei – ist Walkringen eine besonders sportliche Gemeinde?
Christoph Pfister (lacht): Wir sind alle zwei Jahre dabei, abwechselnd mit dem Schulfest, aber vor allem deshalb, weil beides verbindende Anlässe sind: Sie sind wichtig für die Gemeinde und tun uns gut, wir bekommen viele entsprechende Rückmeldungen.
Wenn das Wetter passt, trifft man sich draussen und erlebt gemeinsam eine gute Zeit – und ehrlich gesagt, geht es nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um Geselligkeit und Freude.
Und wie sieht es mit dem Ehrgeiz der Gemeinde aus: Geht es doch auch ein wenig ums Gewinnen?
Vielleicht bei einzelnen im Stillen. Das Gemeindeduell ist ein Anlass, der zur Bewegung animieren soll. Beim Startanlass beispielsweise wandern wir sternförmig von drei unterschiedlich weit entfernten Startpunkten in den Erliwald zur Brätlistelle, wo es für alle eine (Vegi-)Bratwurst gibt.
Auf dem Programm steht sogar «Offene Gesangsprobe Jodlerclub Flüehblüemli Bigenthal» oder «Bistro in der Schulküche» – das sind tatsächlich eher gemütliche Anlässe als Sport …
Nun ja, beim Bistro ist die Idee natürlich, dass man es erst nach dem Sport aufsucht, im Bistro werden keine Bewegungsminuten gesammelt. Und beim Singen kann man sich durchaus auch sehr einsetzen. Wir sehen das Ganze als generellen «Beitrag für die Gesundheit der Bevölkerung», aber wir nehmen es nicht bitterernst.
Wie sind die Angebote zusammengekommen?
Wie überall sind es immer ungefähr die gleichen Leute, die etwas anbieten, und ein Selbstläufer ist es nicht, man muss immer wieder nachfragen. Aber es lohnt sich. Die Angebote sind heute immer noch ähnlich wie am Anfang, also von Biken über Bodyforming bis Zumba. Neu dazugekommen sind vermehrt Angebote für «50plus», und auch die Hornusser, der Jodlerklub und die Sunnegg machen erstmals mit.
Wer soll mitmachen: Alt, Jung, einfach alle?
Ja, alle! Für die Familien bieten wir den ganzen Mai hindurch den Märliweg durch das Moos, der kinderwagentauglich ist, und die Schatzsuche, bei der per Bike oder zu Fuss zehn Posten mit Rätseln und eine Schatztruhe gesucht werden müssen.
Jetzt gibt es zum ersten Mal den ganzen Monat hindurch Angebote.
Vorher machten wir jeweils eine einzelne Intensivwoche, aber das wurde zu gedrängt, und etliche Leute bedauerten, dass sie nicht alles Interessante besuchen konnten. Jetzt probieren wir es mal einen ganzen Monat. So können wir das breite Vereinsangebot präsentieren, und das ist auch für Neuzuzüger eine einfache und niederschwellige Gelegenheit, dort hineinzuschauen.
Dann geht es eher ums Mitmachen und Bewegen als um den Sieg?
Auf jeden Fall. Zweimal machten wir einen Wettkampf Männer gegen Frauen, da haben die Männer leider zweimal verloren und mussten daher beim Schlussanlass das Dessert anrichten und präsentieren. Beim letzten Mal duellierte sich das Dorf Walkringen gegen die Aussenbezirke Schwendi, Widimatt, Wikartswil und Bigenthal, aber wer gewann, kann ich nicht mehr sagen.
Es geht vor allem darum, nach dem Winter wieder ein wenig rauszukommen, die Bevölkerung animieren, sich zu bewegen. Für die Vereine ist es eine Gelegenheit neue Mitglieder zu gewinnen. Den Abschluss feiern wir dann mit einer Kinderolympiade samt Tanzvorführung und Bräteln.
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