Wie der Feuerdrache helfen kann
Gegen Kopfschmerzen oder Stress: Im Gesundheitszentrum Worb bietet Pascal Künzi jetzt auch Akupunktur. Er erzählt, wie Akupunkturnadeln und chinesische Medizin helfen, die Blutzirkulation zu regeln. Oder wie der «Feuerdrache» die Energien anregen kann.
Pascal Künzis Augen leuchten, wenn er erzählt, wie er bei der Akupunktur mit Chi, Pri und Prana arbeitet, mit den Energieflüssen des Körpers. Und wie er diese anregen oder beruhigen kann, je nachdem, wie er die Akupunkturnadeln steckt und manipuliert. Ihm gefallen besonders die chinesischen Namen wie «eintauchender Drache» oder «Feuerdrache», die diese Techniken bildhaft darstellen.
Akupunktur und Schröpfen
Der 37-Jährige geht voll auf in seinem neuen Beruf, den er seit Kurzem auch im Gesundheitszentrum Worb ausübt. Das Gesundheitszentrum Worb wird von der OIK Services AG betrieben, die auch für BERN-OST zuständig ist. Er bietet Techniken wie die Spezial-Massage Tuina, Akupunktur und Schröpfen und Moxibution, jene Behandlung mit wärmenden Rauch-Kegeln. «Ich höre auf das, was von den Kundinnen und Kunden kommt, und versuche, mich ohne Intention, aber mit meinen gelernten Techniken hineinzugeben», erklärt er.
Eigentlich gefiel Pascal Künzi auch sein erster Beruf als Maurer: «Ein schönes Metier, bei dem man etwas kreiert und jeden Abend sieht, was man geschafft hat», sagt er. «Ein Gebäude ist etwas, das Bestand hat.» Aber der Alltag sei hart und streng auf dem Bau, die Zeit immer knapper und der Druck immer höher. «Das ergibt eine Negativspirale, die sich nur schwer umkehren lässt.»
Mit den Energieflüssen statt dagegen
Mit 30 suchte er deshalb einen anderen Weg und fand mithilfe eines Coachs einen Beruf, der mit den Energieflüssen arbeitet, statt gegen sie. So liess sich Künzi am SAKE Bildungszentrum Bern während vier Jahren zum Heilpraktiker ausbilden. Oft hatte er am Dienstag oder Mittwoch Schule, teils am Wochenende – kein Kinderspiel nebst seiner Teilzeitanstellung als Maurer. Aber die Schule in Bern passte für ihn gut, da sein zwölfjähriger Sohn teils bei ihm wohnt.
Der Schulunterreicht gefiel ihm sehr: «Als Heilpraktiker habe ich gelernt, wie viele Komponenten zu Disharmonien führen, und wie Stress auf den Körper einwirkt», sagt Künzi. «Es ist eine riesige Welt, ich könnte ewig weiterlernen.» Vor zwei Jahren hat er den Abschluss gemacht, bald darauf die Berufsprüfung absolviert. Jetzt braucht er nur noch das Zertifikat medizinische Grundlagen EMR für die Kassenzulassung.
Probleme detailliert ergründen
Seit seinem Abschluss hat Pascal Künzi viel Erfahrung gewonnen, zunächst als Assistent bei einer Kollegin in Solothurn, die bei einem chinesischem TCM-Arzt angestellt ist. Dort hat er in der Praxis geübt, wie ein Akupunkturtherapeut vorgeht und wie er in einer anderthalb Stunden dauernden Befragung detailliert ergründet, wo das Problem liegt.
In diesem Gespräch, erklärt er, spielen Beruf, Freizeit und Ernährung eine Rolle, und Fragen wie, wann jemand kalt oder warm hat. «Danach kann ich ganz spezifisch auf all diese Detailfragen eingehen.» Bei Menstruationsbeschwerden beispielsweise könne vieles schon mit der Ernährung getan werden. «Auch Bewegung spielt eine grosse Rolle, und Schlaf ist ebenfalls wichtig, diese Regenerationsphase, die oft vergessen wird.»
Gut anwendbar bei Kopfschmerzen
Ein anderes klassisches Thema für Akupunktur ist Kopfschmerz. «Wichtig ist die Lokalisation», erklärt Künzi. Stirnkopfschmzerzen, Kopfschmerzen an Schläfen, Hinterkopf oder Nacken, einseitig oder beidseitig – «es gibt genaue Muster, die oft ziemlich komplex zusammenspielen». Er als Akupunkteur arbeitet dann mit den fünf Elementen, die wiederum den Organen zugeordnet sind. «Genau das finde ich spannend», schwärmt er: «Ich versuche, ein Rätsel zu lösen und dabei zu helfen, und das motiviert mich enorm.»
Während der Ausbildung hat er immer wieder gesehen: «Mit Akupunktur verschwindet Schmerz oft verblüffend schnell und effizient.» In dieser Zeit hat er sich auf zwei Schwerpunktkurse spezialisiert: Akupunktur nach Yamamoto, einem Meister, der sein ganzes Leben lang daran arbeitete, Halbseitenlähmungen wegzubringen. «Faszinierend, was ich dort gesehen und gelernt habe. » Nachdem einem Patienten eine Bowlingkugel die eine Hirnhälfte lahmgelegt hatte, habe Yamamoto mit Akupunktur erreichen können, dass die andere Hirnhälfte übernahm.
Spezialgebiet Schädelakupunktur
Pascal Künzi hat dessen Methoden bei einem Schüler von Yamamoto gelernt und sich zugleich auf Schädelakupunktur spezialisiert, zurzeit verfolgt er noch andere Methoden. Seine bisherigen Erfahrungen in der Praxis seien «supermotivierend», auf diesem Weg weiterzumachen: «Ich habe schon von vielen Kundinnen und Kunden sehr schöne Feedbacks erhalten.» Jetzt freut er sich darauf, dass er künftig auch in Worb viele Kundinnen und Kunden mit seinen Behandlungen zufriedenstellen kann.
Hier geht's zum Gesundheitszentrum Worb.