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Wiedereröffnung der Beizen: Essen hinter Plexiglas

Grosses Aufatmen bei den Beizen. Seit Montag dürfen sie wieder Gäste in ihrem Betrieb empfangen – wenn auch mit gewissen Einschränkungen. Es ist ein weiterer Schritt zurück in die Normalität. Zum Teil konnten aus der Corona-Krisenzeit sogar neue Erkenntnisse gewonnen werden.

Schutzwand mit Künstlerinnen Selina (7, rechts) und Jasmin (5) im Ochsen Münsingen. (Bild: Res Reinhard)

Das Service-Personal trägt Handschuhe und die Gäste sitzen verteilt im Speisesaal an verschiedenen Tischen. Einzelpersonen sitzen an Tischen, wo normalerweise acht Leute Platz finden, und mehr als vier Personen dürfen es gar nicht sein. Dort, wo der Abstand weniger als zwei Meter beträgt, steht eine Schutzwand aus Plexiglas. Die vom Bund beschlossenen und von Gastrosuisse ausgearbeiteten Massnahmen aufgrund der Corona-Pandemie verändern die Restaurant-Atmosphäre deutlich. Trotzdem ist das Bedürfnis nach dem auswärts Essen gehen in der Bevölkerung zu spüren.

 

Blitzstart im Ochsen

"Wir öffneten das Restaurant am Montag um halb neun. Und um halb neun nahmen wir die erste Bestellung für Kaffee entgegen", sagt Monika Linder vom Gasthof Ochsen in Münsingen. Sie empfindet die Wiedereröffnung nach der Zwangspause als gelungen. So seien gleich zu Beginn schon Reservationen eingegangen und auch mit der bisherigen Gästezahl sei man zufrieden, so Linder. Insbesondere die Reaktionen freute sie: "Es ist schön zu sehen, dass sich die Gäste richtig darauf freuen, wieder bei uns zu essen."

 

Die Schliessung seit Ende März habe man im Ochsen relativ gut überstanden. "Wir haben schon vorher Lieferungen gemacht. Das war bekannt und kam uns in dieser Zeit zugute", sagt die Gastgeberin. Rund 40 Menüs wurden pro Tag ausgeliefert. Seit der Wiedereröffnung habe die Zahl der Bestellungen laut Linder nicht abgenommen. In einer Zukunft nach Corona könnte der Lieferservice sogar an Bedeutung gewinnen im Vergleich zur Zeit vor der Krise.

 

Ältere Stammgäste fehlen im Löwen

Ähnlich wie im Ochsen war auch das Liefergeschäft im Löwen Worb erfolgreich. Wirt Suresch "Suri" Kumar Mahalingam nennt sogar die selbe Zahl von 40 Lieferungen pro Tag. Ansonsten zieht er eine gemischte Bilanz zur Wiedereröffnung: "Beim Tex-Mex-Restaurant sind wir zufrieden mit der Gästeanzahl. Mehr Gäste hatten wir für das italienische Restaurant erwartet, als schlussendlich eingetroffen sind." Den Grund sieht er im Zielpublikum. "Das Tex-Mex zieht ein eher junges Publikum an. Währenddessen gehören einige Stammgäste des italienischen Restaurants aufgrund ihres Alters der Corona-Risikogruppe an. Diese bleiben jetzt aus", erklärt Mahalingam.

 

Aufgrund der geringeren Gästeanzahl als unter coronafreien Umständen wird momentan sowohl im Ochsen wie im Löwen weniger Personal beschäftigt als normalerweise. Die neuen Abläufe wurden vor der Wiedereröffnung einstudiert und funktionieren. Auch Platz ist in beiden Gaststätten zur Genüge vorhanden. Obwohl die Gastgeber froh sind, dass sie den Betrieb wieder aufnehmen konnten, wird der nächste Lockerungsschritt der Corona-Massnahmen mit Sicherheit ein weiteres Aufatmen bringen.


Autor
Adrian Kammer, adrian.kammer@bern-ost.ch
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Erstellt: 15.05.2020
Geändert: 15.05.2020
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