Tigers vor den Playoffs

«Wir sind im Moment auf dem Zenit»

Die Unihockey Tigers stehen auf Rang zwei der Unihockey Prime League, direkt hinter Wiler-Ersigen. Captain Simon Steiner erklärt, warum das kein Zufall ist, was sein Team in den Playoffs stark macht und weshalb Unihockey noch nicht olympisch ist.

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Simon Steiner: «Wir haben Blut geleckt.» (Foto: zvg)

Drei Spiele vor Ende der Qualifikation stellt sich Simon Steiner, Captain der Unihockey Tigers unseren Fragen. Steiner ist in Röthenbach aufgewachsen und spielt seit den Junioren bei den Tigers. In der aktuellen Saison erzielte er in 19 Spielen zwölf Tore und sechs Assists.

 

BERN-OST: Simon Steiner, warum ist Unihockey nicht olympisch?

Simon Steiner: Ein Grund ist wohl, dass es zu wenige Nationen weltweit gibt, die es professionell spielen. Zudem zählen wir zu den Sommersportarten. Bei den Sommerspielen ist die Anforderung für die weltweite Verbreitung viel höher als bei den Winterspielen. Das ist ein Kriterium, das wir noch nicht erfüllen.

 

Wo wird neben der Schweiz und Skandinavien noch Unihockey gespielt?

Im Baltikum, Lettland ist aktuell die Nummer vier der Welt. In Deutschland boomt Unihockey auch. Lichtenstein und Italien haben an der WM-Qualifikation teilgenommen, sich aber nicht für die WM qualifiziert. Da ist die Lücke zu den Top-Nationen noch riesig. Im asiatischen Raum sind es vor allem Thailand und Singapur, die immer stärker werden.

 

Die Unihockey Tigers liegen auf dem 2. Platz hinter Wiler-Ersigen, wie zufrieden seid ihr mit der Meisterschaft?

Sehr zufrieden. Wenn man sich die letzte Saison angeschaut hat, konnte man schon erwarten, dass wir vorne mitspielen. Wir sind im Moment auf dem Zenit, haben viele Spieler im besten Unihockey-Alter und einen guten Mix im Team. Mit Alexander Hedlund haben wir einen zweiten sehr guten Ausländer, der uns noch besser macht. Dadurch ist es nicht ganz unerwartet, dass wir so weit vorne sind.

Auch wenn wir mal schlecht spielen, gewinnen wir die Spiele trotzdem.

Was habt ihr in dieser Saison besser gemacht als in den Jahren davor?

Wir haben jetzt eine Identität entwickelt. Das heisst, wenn wir mal schlecht spielen, gewinnen wir die Spiele gleichwohl. Weiter haben wir gegen Teams aus der hinteren Tabelle ein bisschen Marge, sodass wir nicht jedes Mal 100 Prozent von unserem besten Unihockey geben müssen, damit es reicht.

 

Dazu kommt, dass wir diese Saison Top-Teams wie Wiler-Ersigen und Zug geschlagen haben. Zudem haben wir das Pressing weiterentwickelt, das uns noch einmal stärker macht.

 

Im Unihockey können die besten Teams die Playoff-Gegner wählen. Wer ist euer Wunschgegner?

Wenn es Basel unter die ersten acht schafft, dann wäre sicher Basel das Team, das ich am liebsten wählen würde. Uster wäre noch so ein Team, das wohl einfacher zu schlagen wäre als andere Gegner.

 

Was wird in den Playoffs über Sieg oder Niederlage entscheiden?

Es sind zwei wesentliche Sachen: Welches Team ist mehr lernfähig innerhalb einer Serie und kann den Gegner mehr fordern. Der zweite Punkt ist, welches Team die Serie mehr gewinnen will. In der Vierterfinalserie braucht es das sicher auch schon, aber vor allem im Halbfinal ist die Qualität so hoch, dass diese zwei Faktoren die Serie entscheiden können.

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Simon Steiner: «Ich kann auch mal laut werden.» (Foto: Gabi Schwarz)

Welche Rolle spielst du als Captain in dieser Phase konkret?

Mit gutem Beispiel vorangehen und Kampfgeist, Einsatz, Siegeswillen in jedem Spiel abrufen. Auch versuchen, die Mitspieler mitzureissen und den jüngeren Spielern Sicherheit geben. Das mache aber nicht nur ich, wir haben noch andere Spieler, die sehr viel Erfahrung haben und mithelfen können.

 

Das heisst, wenn ihr im Rückstand seid, sagst du dann mal etwas in der Pause?

Ja, das kann gut sein. In der Pause oder auf der Bank. Wenn ich das Gefühl habe, wir sind Rückstand, weil wir nicht da sind, dann kann es mal ein lautes Wort sein. Wenn ich aber das Gefühl habe, die Mannschaft ist verunsichert, dann wähle ich die Wortwahl so, dass ich ihr Sicherheit und Selbstvertrauen zurückgebe.

 

Wenn die Mannschaft nicht da ist, wie holt man sie dann zurück?

Ja, ich kann dann schon mal laut werden. Ich glaube, das ist nach wie vor ein Mittel, das hilft, um zu merken, wir sind nicht zufrieden, wie es im Moment läuft.

Wir haben Blut geleckt.

Letzte Saison habt ihr den Superfinal verloren. Was muss diesmal anders laufen?

Einerseits sind wir um eine Superfinal-Erfahrung reicher als vor einem Jahr. Wir haben schon etwas Blut geleckt letztes Jahr! Die Enttäuschung über den verlorenen Final sass tief. Viele Spieler aus der aktuellen Mannschaft haben das erlebt und wir wollen dort nochmals spielen und vor allem gewinnen.

Nächstes Spiel:

Samstag, 14. Februar, 19 Uhr, Espace Arena, Biglen

Unihockey Tigers – Floorball Köniz


Autor:in
Rolf Blaser, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 13.02.2026
Geändert: 13.02.2026
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