«Wir waren alle neugierig, wie so eine Vorbereitung läuft»
Das Schwingfest in Stettlen rückt in Riesenschritten näher. Dieser Tage haben freiwillige Helferinnen und Helfer emsig Tribünen und Festzelte aufgestellt und mit unzähligen Stühlen bestückt. Und langsam steckt das Festfieber das ganze Dorf an.
Anita Aebersold-Graf, Fitnessinstruktorin und Schmerztherapeutin aus Stettlen, hat beim Aufbau mitgeholfen. Sie erzählt, wie die Stimmung unter den Freiwilligen war. Und wie es mittlerweile im Dorf aussieht.
BERN-OST: Anita, du hast dich als Freiwillige für den Aufbau gemeldet. Was musstet ihr machen?
Anita Aebersold-Graf (lacht): Als wir wie vereinbart um acht Uhr dastanden, mussten wir zuerst eine Runde warten: Die Stühle wurden direkt vom Schwingfest in Oberdiesbach geliefert, mussten also zuerst noch verpackt und transportiert werden. Auch Festtische und Festbänke konnten wir noch nicht ins Zelt tragen – dort wurde noch Strom verlegt. Also haben wir halt als Erstes einmal das schön vorbereitete Helferznüni genossen. Die Alucontainer mit den Stühlen kamen dann kurz vor elf Uhr.
Und von da an hattet ihr wohl genug zu tun …
Ja, die Container waren gekennzeichnet mit der jeweiligen Tribüne, auf die sie gehören: In der obersten Reihe stehen andere Stühle. Und dann ging es los: Käreli aus den Container rollen, Stühle rausfahren und auf die Tribünen verteilen. Diese waren mit den Helfergruppen von TV Stettlen, Zivilschützern, Freiwilligen und «gedeckte Tribüne» angeschrieben, es war sehr gut organisiert. Von da an ging es rassig, alle waren froh, etwas zu tun zu haben, und es ist gut, hatten wir für diese Arbeit Wetterglück.
Packten viele Helferinnen und Helfer mit an?
Wir waren genau zwei Frauen und an die 50 Männer, samt jenen vom Zivilschutz. Schön, habe ich dadurch gleich eine neue Frau von Stettlen kennengelernt! Einige von ihnen waren wie ich zum ersten Mal dabei, andere haben schon zwei, drei Mal angepackt: Nachdem es lange so aussah, als habe es zu wenig Helfende, erhielten wir dann eine Meldung, es habe inzwischen genug für den Aufbau, und dieser schreite so rasch voran, dass am Wochenende gar keine Einsätze nötig waren. Alles war super organisiert und angeschrieben.
Wie war die Stimmung unter den Helfenden?
Alle nahmen es locker, und es herrschte eine gute Stimmung. Ausserdem waren alle gespannt und ein wenig neugierig, wie so eine Vorbereitung läuft. Irgendwann kam der erste Lastwagen mit dem Sägemehl von der Holzfirma Olwo – je ein voller Lastwagen für einen Ring. Die Form der fünf Ringe war mit Pfosten abgesteckt, in der Mitte steckte ein blaues, gut sichtbares ungefähr dreissig Zentimeter hohes Pföstli, das am Ende mit Sägemehl fast bedeckt wird. Das war wirklich spannend.
Du wohnst in Stettlen: Wie sieht das Dorf inzwischen aus?
Festzelt, Sanitätszelt, Barzelt uund Aussenstand stehen bereits, die Aula mit dem Gabentisch sowie der Aussenbereich für Lebendpreise werden am Mittwoch eingerichtet. Die Strasse war zumindest zeitweise gesperrt für den Gerüstaufbau für die Tribüne, der Schuttiplatz kann wegen dem Festzelt nicht mehr benutzt werden, und auch die Parkplätze sind vom Barzelt belegt, zwischendurch wurden bereits die WCs gesetzt. Es ist alles schon ein wenig aussergewöhnlich, und die Schulhausanlage geht ganz im Schwingfest unter.
Es werden ja sehr viele Leute erwartet, hat aber nur sehr wenige Parkplätze …
Ja, nur Parkplätze für Velos sind noch vorhanden, dafür wurden zusätzliche Veloparkplätze eingerichtet. Jene, die von meiner ehemaligen Klasse zum Jahrgängertreffen kommen, haben alle schon gefragt, ob sie bei mir parkieren dürfen!
Wie ist zurzeit die Stimmung im Dorf?
Klar, der Alltag ist teils ein wenig mühsam, weil vieles gesperrt ist: Kursteilnehmende vom Hallenbad müssen bei Coop parkieren, und auch meine Kursbesucherinnen und -besucher müssen umdisponieren. Es ist ein bisschen einschränkend, und für die Schule fällt ab Mittwoch auch noch die Aula weg. Aber dafür beginnt inzwischen die Stimmung überzuschwappen: Jetzt läuft mal etwas richtig Grosses in Stettlen ausser dem Utzlenbergfest, das steckt schon alle an!
Worauf freust du dich am meisten?
Auf das Jahrgängertreffen mit über tausend Personen aus dem ganzen Worblental. Wir haben soeben den Tischplan erhalten, wir werden jahrgangsweise und nach den Gemeinden Bolligen, Vechigen und Stettlen aufgeteilt an die Tische gesetzt – ich bin ja schon gespannt, ob ich noch Leute kenne!