Aaretaler Kurzfilmtage

«Wir waren nicht sicher, ob wir ein Publikum finden»

Wie wählt man aus Hunderten Kurzfilmen die besten aus? Jürg Born erzählt zum zehnjährigen Bestehen der Aaretaler Kurzfilmtage von den Anfängen, der Arbeit hinter den Kulissen und seinem bevorstehenden Abschied.

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Einen Abend lang Kurzfilme schauen kann man an den Aaretaler Kurzfilmtagen in Münsingen. (Foto: zvg)

Am ersten November Wochenende werden in Münsingen Kurzfilme aus der ganzen Welt gezeigt. Mit-Organisator Jürg Born hört nach der diesjährigen Ausgabe der Aaretaler Kurzfilmtage auf.  

 

BERN-OST: Jürg Born, die Kurzfilmtage gibt es seit zehn Jahren. Welcher Moment ist Ihnen besonders geblieben?

Jürg Born: Der Anfang war besonders spannend, da wir nicht sicher waren, ob wir ein Publikum finden. Kurzfilme sind ein spezielles Format und werden nicht so breit geschaut. Aber es kamen viele Interessierte. Gefreut hat mich auch, wie viele Leute sagten, dass sie nicht wussten, wie spannend Kurzfilme sind.

 

Ihr hattet zu Beginn also keine Angst vor leeren Reihen?

Angst hatten wir nicht, dass keiner kommt. Von den Emmentaler Kurzfilmtagen im Rüttihubelbad konnten wir einiges an Erfahrung übernehmen. Die Emmentaler Kurzfilmtage mussten damals aufgeben. Wir wussten, dass es ein Publikum gibt, wussten aber nicht, wie gross es ist.

 

Wie schwierig ist es, ein internationales Filmfestival in Münsingen auf die Beine zu stellen?

Es ist nicht so schwierig. Wir haben Zugang zu einer Filmplattform, auf der die Filmmachenden ihre Filme hochladen. So kommen wir jedes Jahr an rund 500 Filme, die wir anschauen können. Daraus stellen wir unser Programm mit etwa 90 Filmen zusammen.

Wie ist das Budget und wie hoch war es bei der ersten Ausgabe?

Heute beträgt das Budget 150'000 Franken inklusive Eigenleistungen. Zu Beginn war es etwas tiefer als heute.

 

Wie finanziert ihr euch?

Ein grosser Teil läuft über Sponsoren, ohne sie ginge das nicht. Dazu kommen noch die Eintritte und die Gastronomie. Nicht zu vergessen: Ein grosser Teil basiert auf Freiwilligenarbeit.

 

Rechnet sich das?

Ja. Der Kanton bietet eine begrenzte Defizitgarantie, aber die mussten wir erst einmal in Anspruch nehmen.

Was bietet ein Kurzfilm, das ein langer Spielfilm nicht bieten kann?

Er bringt ein Thema innerhalb von 20 Minuten auf den Punkt.

 

Zum Jubiläum zeigt ihr auch Filme aus früheren Ausgaben. Welcher musste für dich unbedingt nochmals auf die Leinwand?

Heinz Malli und ich haben je einen Film-Block nach unserem Geschmack zusammengestellt. Es sind Filme, die wir als besonders gelungen ansehen.

 

Gab es in den vergangenen zehn Jahren einen Punkt, an dem ihr ans Aufhören gedacht habt?

Nein, es ging immer weiter. Es gab Verbesserungen bei den Räumen, wir haben Tribünen eingebaut und Filmstationen installiert, an denen man Filme nachschauen kann. Einen Grund auszusteigen, hatten wir nie, aber…

 

Ja?

Heinz Malli und ich haben in den letzten Jahren das OK gebildet. Ich gebe mein Mandat nach der diesjährigen Ausgabe ab. Wir suchen Leute, die interessiert sind mitzuarbeiten. Es geht um eine Übernahme des Projekts, also darum, Räume zu mieten, Filme zu visionieren und Sponsoren zu suchen. Natürlich sind wir zu Beginn noch dabei, um die Nachfolge zu unterstützen, aber wir wollen den Stab an die nächste Generation übergeben.

Interessierte können sich hier melden unter: info@aaretalerkurzfilmtage.ch

Die Aaretaler Kurzfilmtage gehen vom 6. bis 8. November auf dem Schlossgut-Areal in Münsingen über die Bühne. Gezeigt werden um die 90 Kurzfilme, die zwischen zwei und zwanzig Minuten dauern. Die Filme werden in Blöcken in verschiedenen Kinosälen gezeigt.

Mehr Infos unter: https://www.aaretalerkurzfilmtage.ch/


Autor:in
Rolf Blaser, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 26.10.2026
Geändert: 26.10.2026
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