Wolle aus Worb auf dem Gletscher

Worber Firma liefert Wolle für Gletscherprojekt

Eine Worber Firma liefert das Material für ein ungewöhnliches Experiment auf einem Gletscher: Die Fisolan AG hat Matten aus Schweizer Schafwolle hergestellt, die künftig helfen sollen, damit Gletscher weniger schnell schmelzen.

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Niklaus Sägesser vor dem abgedeckten Gletscher. So viel Eis konnte in neun Wochen konserviert werden. (Foto: zvg)

Auch in diesem Sommer sind die Gletscher in den Alpen wieder zurückgegangen. Es laufen Versuche, das Schmelzen mithilfe von Abdeckungen zu verhindern. Bisher wurden dafür Textilien verwendet, die jedoch wiederum Mikroplastik im Schnee zurücklassen.

 

Wolle statt Textilien gegen das Schmelzen

Seit Juni liegen zwei Prototypen aus Schafwolle auf einer Fläche von jeweils 100 Quadratmetern auf einem Gletscher im Gebiet Glacier 3000. Oberhalb Les Diablerets wird die Wirkung der natürlichen Wollmatten untersucht. Getestet wird einerseits, ob sie das Schmelzen von Gletschereis ähnlich stark bremsen wie herkömmliche Abdeckungen aus Kunststoff, und andererseits, ob die Wollvliese für Snowfarmingprojekte in den Tourismusgebieten verwendet werden können.

Worber liefert Wolle

Die Fisolan AG aus Enggistein verarbeitet Schweizer Schafwolle zu Dämmmaterial für Gebäude. Für das Gletscherprojekt stellte die Worber Firma die beiden Prototypen aus Wolle in unterschiedlicher Dicke her.

 

Fast fünf Meter Eis weniger geschmolzen

Niklaus Sägesser, Inhaber der Fisolan AG zeigt sich sehr erstaunt über die Ergebnisse auf dem Gletscher: «Rund um die Abdeckung ist das Eis in neun Wochen um 4,60 Meter geschmolzen! Damit hätte ich nie gerechnet.» Das heisst also, der Wollflies verhinderte, dass 4.60 Meter Eis schmolzen. Zum Unterschied, den Gletscher mit Wolle, statt mit Textilien abzudecken, sagt Sägesser: «Wolle ist ein natürlicher Rohstoff, der ausreichend vorhanden ist. Im Gegensatz zu Geotextilien hinterlässt Wolle kein Mikroplastik, welches im Schnee zurückbleibt und danach in die Seen geschwemmt wird.»

 

Wolle oder Geotextil auf dem Gletscher

Erste Messungen zeigen laut den Projektverantwortlichen eine sehr ähnliche Leistung von Wolle und Matten aus Kunststoff.

Das Projekt «Keep It Wool» im Gebiet Glacier 3000 wird geleitet von der Summit Foundation in Zusammenarbeit mit der Universität Lausanne. Das Projekt «Keep It Wool» soll klären, ob Wollvliese die synthetischen Abdeckungen ersetzen können, die teilweise eingesetzt werden, um die Gletscherschmelze zu verlangsamen.

 

Wie die Summit Foundation schreibt, haben in den vergangenen Jahrzehnten Schweizer Gletscher gegen 40 Prozent ihrer Masse verloren und fast 1000 kleine Gletscher sind bereits vollständig verschwunden.


Autor:in
Rolf Blaser, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 23.09.2026
Geändert: 23.09.2026
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