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Thalgut-Chesselau: Hochwasserdamm neu mit Lärmschutz

Der Hochwasserschutz Thalgut-Chesselau wird ab Mittwoch öffentlich aufgelegt. Gegenüber dem Projekt, das vor zwei Jahren in der Mitwirkung war, wurden der Lärmschutz verbessert und der Wanderweg besser geschützt. 

Aareufer im Projektgebiet. (Bild: zvg)

Das Hochwasserschutzprojekt «Thalgut - Chesselau» im Aareabschnitt zwischen der Thalgutbrücke bei Wichtrach bis zur Unteren Chesselau in Münsingen wird ab Mittwoch während 30 Tagen öffentlich aufgelegt. Mit dem Wasserbauprojekt soll der heute ungenügende Hochwasserchutz nachhaltig gelöst werden, wie die Bau- und Verkehrsdirektion in ihrer Mitteilung schreibt.

 

Das aufgelegte Projekt sieht vor, den Hochwasser- und Uferschutz rund 60 bis 100 Meter vom heutigen Aareufer entfernt zu erstellen. So entsteht ein Raum, der durch die Aare in Anspruch genommen und eigendynamisch aufgeweitet werden kann.  In der Mitwirkung vor knapp zwei Jahren war vorallem kritisiert worden, dass mit dem Hochwasserdamm auch die Spazier- und Wanderwege näher an die Autobahn und ihren Lärm verschoben werden. Im nun aufgelegten, angepassten Projekt wurde dieser Sorge Rechnung getragen. Auf den Damm ist zusätzlich ein 50cm hoher Lärmschutzwall geplant, erklärt Jürg Stückelberger, Projektleiter des Hochwasserschutzes Aaretal. Auch bei der Bepflanzung des Damms werde man auf den Lärmschutz achten.

 

Ebenfalls neu ist eine "Interventionslinie", die den Wanderweg, der zwischen dem heutigen Aareufer und dem neuen Damm zu liegen kommt, vor Erosion schützen soll. Erreicht die Unterspülung durch die Aare diese Linie, werden Uferverbauungen erstellt. Nicht geschützt ist der Weg gegen Hochwasser. "Das heisst, er wird höchstens an einigen wenigen Tagen pro Jahr nicht zugänglich sein", so Stückelberger.

 

Schon in der Mitwirkung sei die Akzeptanz des Projekts in der Bevölkerung sehr hoch gewesen, sagt der Projektleiter. Jetzt mit den Anpassungen dürfte sie noch grösser sein. Gehen keine Einsprachen ein, ist der Baustart für Anfang 2021 geplant. Als Erstes wird die sogenannte "Aaretalleitung", die wichtigste Trinkwasserleitung der Region Bern verlegt und darauf der neue Damm gebaut. Danach folgt der Rückbau der alten Wasserleitung und der nicht mehr benötigten Uferverbauungen. "Die restliche Arbeit erledigt die Aare selber", so Stückelberger. Die Bauzeit ist mit 2021 bis 2025 angegeben. Allerdings wird die Gegend nicht durchgehend eine Baustelle sein. Gebaut werden kann nur im Winter, wenn der Wasserstand der Aare tief ist.

 

[i] Die Unterlagen sind während der Auflagedauer in den drei betroffenen Gemeinden (Münsingen, Wichtrach und Gerzensee) einsehbar.


Autor*in
pd/abu, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 15.01.2020
Geändert: 15.01.2020
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