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Katja Riem aus Kiesen: Ist sie die beste Jungwinzerin der Schweiz?

Die Winzerin Katja Riem tritt bei den Swiss Skills in Bern an, beginnt nächste Woche ihre vierte Ausbildung und ist im elterlichen Betrieb in Kiesen dabei wenn die Traubenlese beginnt.

Katja Riem ist einundzwanzig Jahre alt und hat schon einiges erreicht: Zuerst die Matura, dann zwei Lehren als Winzerin und als Landwirtin, sie ist in den Startlöchern zur vierten Ausbildung zur Agronomin und dazu auf dem ersten Ersatzplatz für einen SVP-Sitz im Berner Grossrat.

 

Ihre Eltern besitzen die Weinkellerei Riem, Daepp und Co. AG in Kiesen, zu der auch ein Landwirtschaftbetrieb gehört und Rebberge im Wallis, am Genfersee und am Thunersee. Katja gehört zur 6. Generation im Familienbetrieb.

 

Heisser Sommer = süsse Trauben

„Es ist ein gutes Traubenjahr“, sagt sie im Hinblick auf die Traubenlese, die bald beginnt. Jetzt könne fast nichts mehr schief gehen. „Die weissen sind im Trockenen. Bei den roten könnten höchstens noch die Wespen kommen.“

 

Seit gestern ist die Winzerin in Bern und nimmt an den Berufsmeisterschaften Swiss Skills teil. Allerdings war sie nach der Winzerinnenlehre ein Jahr weg von den Reben und dem Wein. Die Zweitlehre als Landwirtin habe sie gemacht, weil sie sie als Winzerin verkürzt in einem Jahr absolvieren konnte und weil sie sich für die Zukunft verschiedenes offenhalten wolle, auch für einen späteren Einstieg im elterlichen Betrieb, erzählt sie.

 

Nur eine Klasse pro Jahr

Auf die Swiss Skills diese Woche habe sie sich deshalb noch nicht gross vorbereitet. „Ich habe ja noch eine Woche Zeit“, sagt sie bei ihrem Besuch bei BERN-OST. „Weil es in der Deutschschweiz nur eine Winzerklasse gibt pro Jahr, war die Qualifikation eher informell. Unser Lehrer hat einfach ein paar von uns gefragt.“

 

So werde auch der Wettkampf selber „weniger krass“ sein als in anderen Berufen. Mit Riem treten drei weitere Winzer aus der Deutschschweiz und acht aus der Romandie an, wobei vier davon den verwandten Beruf Weintechnologe gelernt haben. Ambitionen auf den Sieg habe sie nicht explizit, sagt Katja Riem. „Ich möchte nicht Letzte werden.“

 

Auch bei den Grossratswahlen war sie ohne Ambitionen angetreten. „Ich machte mit, weil es einen jungen Kopf brauchte auf der Liste“, gibt sie freimütig zu. Dass sie auf Anhieb auf dem ersten Ersatzplatz landete, sei nicht geplant gewesen. Ob sie weiter aktiv sein und etwa für die kommenden Nationalratswahlen antreten werde, weiss sie noch nicht.

 

www.swiss-skills.ch


Autor
Anina Bundi, anina.bundi@bern-ost.ch
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Erstellt: 13.09.2018
Geändert: 14.09.2018
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