Brünig-Sieger Philipp Reusser: "Es ist unglaublich"

Kurztext:Vergangenen Sonntag konnte Philipp Reusser seinen ersten Kranzfestsieg feiern. Und dies erst noch am renommierten Brünig-Schwinget. Dennoch will sich der Schwinger aus Aeschlen bei Oberdiessbach so kurz vor dem Unspunnenschwinget nicht unnötig Druck aufsetzen.

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Arbeitspause mit Slackline und toller Aussicht: Im Sommer bewirtschaftet Philipp Reusser gemeinsam mit seinen Eltern eine Alp. (Bild: zvg)

Am Montag konnte Philipp Reusser den grossen Erfolg noch kaum fassen. „Es ist unglaublich“, sagte er am Telefon mit BERN-OST. Und auch wenige Tage später hallt der erste Festsieg noch nach. Auch wenn er diesen nun besser realisiert habe und ihn einschätzen könne. „Bereits ein normales Kranzfest zu gewinnen ist schön – aber der Brünig, 'das isch scho e chli verreckt'“, sagt Reusser mit einem sympathischen Lachen.

Vom Sägemehl auf die Alp

Während er am Sonntag noch im Sägemehl stand, ging für den 25-Jährigen bereits am nächsten Morgen der Alltag weiter. Der gelernte Landwirt bewirtschaftet während den Sommermonaten gemeinsam mit seinen Eltern eine Alp in der Nähe von Schangnau. So auch am Tag nach dem ersten Kranzfestsieg.

Am Abend ging es dann jedoch nach Blapbach, wo sein Schwingclub für ihn einen Empfang organisiert hatte. Um die hundert Leute kamen, um dem Festsieger zu gratulieren und mit Treichlen, Jodel und Essen zu feiern. „Es war speziell, da ich wusste, dass sie alle wegen mir gekommen sind“, freut sich der Schwinger mit seiner bescheidenen Art.

Eines scheint ihm denn auch wichtig zu sein. Am Boden zu bleiben. In Hinblick auf das Unspunnenschwinget in rund drei Wochen ändere sich durch den Sieg deshalb kaum etwas. „Ich versuche, nicht künstlich Druck aufzusetzen und einfach mit Freude zu schwingen“, sagt Reusser. Rund 10 bis 12 Stunden trainiert er im Winter wöchentlich für seine Leidenschaft. Im Sommer verbringt er aufgrund der am Wochenende anstehenden Schwingfeste etwas weniger Zeit im Schwingkeller.

«Es hat alles gepasst»

„Am Sonntag kümmert sich jeweils mein Vater um den Stall, damit ich mich voll und ganz auf das Schwingen konzentrieren kann“, bringt Reusser die Doppelbelastung zum Ausdruck. Sein Vater sei es denn auch gewesen, der die Faszination für dem Schwingsport in ihm geweckt habe. Zwar habe er selber nur selten geschwungen. „Er hat den Sport aber immer verfolgt und so kam es zu meinem ersten Besuch im Schwingkeller“, erinnert sich Reusser an seine Kindheit.

Die Faszination ist seither geblieben und der erste Festsieg Tatsache. Folgen nun weitere Siege? „Am Sonntag hat alles gepasst“, beschreibt Reusser, der in seiner bisherigen Schwingkarriere bereits 21 Kränze gewonnen hat, den Erfolg am Brünig-Schwinget. Dass er dabei zwei Eidgenossen besiegt habe, die bisher eine gute Saison hatten, gebe ihm Selbstvertrauen. „Dennoch zählt für mich weiterhin, dass ich bei einem Wettkampf alles gebe. Gelingt mir dies, bin ich zufrieden.“

[i] Siehe auch "Nach dem ersten Festsieg: Empfang für Schwinger Philipp Reusser" vom 31.07.2017

Autor:Eva Tschannen, eva.tschannen@bern-ost.ch

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