Münsingen

2,7 Millionen für die Schulhausplanung aufs Mal

Das Münsinger Parlament bewilligt 2,7 Millionen Franken für den Wettbewerb und die Planung des Ersatzneubaus im Schulzentrum Schlossmatt. SVP und FDP wollten das Geld in zwei Schritten freigeben. Das Parlament entschied anders.

image 1008599
Das Parlement Münsingen sprach 2,7 Millionen Franken für Wettbewerb und Projektierung des neuen Schulhauses. (Foto: rb)

Dass das Schulhaus Schlossmatt saniert werden muss, stand nicht zur Debatte. Wie aber soll der Wettbewerb über die Bühne gehen und wie viel Geld soll bereits heute bewilligt werden. Darüber debattierte das Münsinger Parlament am Dienstagabend.

 

Zuerst einen Wettbewerb durchführen und erst danach Geld für die weitere Planung sprechen: Diesen zusätzlichen Zwischenhalt verlangte die SVP/FDP-Fraktion beim Ersatzneubau des Nord-Süd-Trakts im Schulzentrum Schlossmatt (BERN-OST berichtete). Die Mehrheit des Münsinger Parlaments lehnte dies ab und bewilligte beide Schritte gemeinsam.

 

Für Wettbewerb und Projektierung beantragte der Gemeinderat 2,7 Millionen Franken. Damit soll aus dem noch zu bestimmenden Siegerprojekt ein ausgearbeitetes Bauprojekt entstehen. Über den eigentlichen Baukredit entscheidet die Bevölkerung später separat.

 

Erst das Projekt kennen, dann Geld sprechen

Urs Baumann (SVP) begründete den Antrag der SVP/FDP-Fraktion mit der Kostentransparenz. Erst wenn das Siegerprojekt vorliege, liessen sich der tatsächliche Planungsaufwand und die Kosten genauer bestimmen. Aufgrund der Schülerzahlen bestehe kein unmittelbarer Zeitdruck.

 

Es gehe seiner Fraktion darum, erst dann zu entscheiden, wenn die nötigen Informationen vorlägen. Eine Verzögerung des Schulhausprojekts sei nicht das Ziel. Als Beispiel nannte Baumann Schwarzenburg, wo Wettbewerb und Projektierung ebenfalls getrennt bewilligt worden seien.

 

SP und EVP unterstützten das gemeinsame Kreditpaket des Gemeinderats. Die SP sah keinen Mehrwert darin, später nochmals über den Projektierungskredit abzustimmen. Mit einer gemeinsamen Bewilligung könne effizienter gearbeitet werden. Auch für die EVP gehörten beide Schritte zusammen. Die Grünen drängten auf ein rasches Vorgehen: Längeres Warten mache das Projekt nicht günstiger.

Gemeinderat verweist auf den Zustand des Gebäudes

Gemeinderat Andreas Wiesmann (Grüne) widersprach der Einschätzung, es bestehe kein Zeitdruck. Er verwies auf den baulichen Zustand des bestehenden Schultrakts. Fenster, Storen, Dach und Schadstoffe seien Themen, bei denen es auch um Sicherheit gehe. Hinzu kämen pädagogische Gründe für den Neubau.

 

Eine Trennung der Kredite verursache zusätzlichen Verwaltungsaufwand, sagte Wiesmann. Für die Planungsteams sei es zudem attraktiver, wenn die Finanzierung der anschliessenden Planung bereits gesichert sei.

Acht Teams treten zum Wettbewerb an

Mehr Erfolg hatte die SVP/FDP-Fraktion mit ihrem zweiten Antrag. Statt der vorgesehenen acht bis zwölf Teams sollen nur acht am Wettbewerb teilnehmen. Urs Baumann argumentierte, entscheidend sei deren Erfahrung im Schulhausbau. Eine Begrenzung halte zudem die Kosten für die Gemeinde tief.

 

Gemeinderat Wiesmann sprach sich für den Wettbewerb mit zwölf Teilnehmern aus. Zusätzliche Wettbewerbsteams würden für vergleichsweise wenig Geld die Chance auf weitere Ideen bieten. Daraus könnten auch Lösungen entstehen, die später Kosten sparten. 

 

Der Antrag von SVP-FDP setzte sich am Ende durch. Acht Teams seien ausreichend für den Architekturwettbewerb.

 

Wettbewerb im nächsten Jahr

Der Projektwettbewerb ist für nächstes Jahr vorgesehen. Im Frühling 2028 soll das Siegerprojekt feststehen. Die Volksabstimmung über den Baukredit für den Schulhausneubau ist für 2029 geplant.

So hat das Parlament entschieden

Die Trennung von Wettbewerbs- und Projektierungskredit lehnte das Parlament mit 18 zu 9 Stimmen ab.

Die Begrenzung des Wettbewerbs auf acht Planungsteams nahm es mit 14 zu 13 Stimmen an.

In der Schlussabstimmung bewilligte das Parlament den Kredit von 2,675 Millionen Franken mit 18 zu 9 Stimmen.

 

 

Das Budget fürs nächste Jahr, welches ein Defizit von 734'000 Franken vorsieht, wurde mit 23:4 Stimmen angenommen. Mit demselben Stimmverhältnis angenommen wurde auch die Finanzplanung für die Jahre 2026 bis 2031

 

 

Das Münsinger Parlament bewilligte zudem 1,7 Millionen Franken für die Sanierung des Kindergartens Beundacker samt Brockenstube im Untergeschoss.


Autor:in
Rolf Blaser, info@bern-ost.ch
Fehler gefunden?
Statistik

Erstellt: 04.11.2026
Geändert: 04.11.2026
Klicks heute:
Klicks total: