«Arnis Solaranlage ist ein Vorzeigeprojekt»
Solarstrom als Gemeindeprojekt: Seit diesem Frühling liefert die Solaranlage auf dem grossen Schulhausdach Strom für rund 40 Haushalte. Durchgeführt und betrieben wird das Projekt von der Firma Solarify, die Panels haben Einwohnerinnen und Einwohner rund um Arni finanziert. Ein so grosses Projekt in einer so kleinen Gemeinde sei aussergewöhnlich, sagt Lukas Krienbühl von Solarify.
Arni mit seinen knapp tausend Einwohnerinnen und Einwohnern ist eine der kleineren Gemeinden im Kanton. Umso grösser ist das Projekt auf der Dachfläche des Schulhauses von Arni: Dort, so zeigte seinerzeit eine erste Abklärung, finden rund 380 Solarpanels Platz. Eine Solaranlage auf dem Schulhausdach, fand der Gemeinderat letzten Herbst, das sei ein guter Schritt in eine nachhaltige Zukunft: Er bewilligte ein Solarprojekt samt Batteriespeicher und öffentlicher Ladestation, damit alle vom Solarstrom profitieren können. (BERN-OST berichtete.)
Solarify baut auf und betreibt
Mit der Umsetzung wurde die Firma Solarify beauftragt, die sich um Aufbau und Betrieb kümmert. Finanziert werden die Panels mittels Crowdinvesting, das heisst, Interessierte können einzelne oder mehrere Panels kaufen und erhalten alle drei Monate einen Gewinn ausbezahlt.
«In Arni ist der Panelverkauf bereits abgeschlossen, die Anlage ist zu hundert Prozent finanziert», erklärt Lukas Krienbühl, Leiter Crowdfinanzierung & Kommunikation bei Solarify.
Oft kaufen Leute aus dem Umfeld die Panels
Auch andere Solaranlagen sind bereits voll finanziert, beispielsweise die Anlage auf der Asylunterkunft Tannental in Muri-Gümligen. Wiederum andere Projekte wie eine Anlage auf einem Privathaus in Worb sind noch im Aufbau. Es komme oft vor, dass Leute aus dem Quartier, dem Dorf oder Nachbardorf die Panels kaufen, sagt Krienbühl.
Manchmal machen seiner Erfahrung nach ganze Vereine mit, wie beispielsweise der Ruderverein in Hinterkappelen, der auf seinem Bootshaus eine Solaranlage einrichen liess. «Häufig beteiligen sich auch lokale Betriebe.»
«Ein schönes und vollständiges Projekt»
Dass aber eine so kleine Gemeinde sich zu einem so grossen Solarprojekt zusammenschliesse, sei schon speziell: «Es ist ein schönes und vollständiges Projekt mitsamt einem Batteriespeicher und öffentlicher Ladestation – ein richtiges Vorzeigeprojekt», lobt Krienbühl die Arniger Anlage. Gerade Ladestationen würden bisher noch nicht oft miteingeplant. In Arni schauten die Verantwortlichen weit voraus und die Gemeinde machte mit: Der Verkauf lief gut an.
Strom für 40 Haushalte
Ende 2025 konnten auf dem grossen Schulhausdach in Arni die Solarpanels montiert werden, seit diesem April liefern sie Strom: Die Anlage kann insgesamt 40 Haushalte mit Strom versorgen, einen Viertel davon verbraucht die Schulanlage.
«Die Gemeinde Arni BE setzt ein Zeichen für den Ausbau von erneuerbaren Energien», kommentiert Finanzverwalter Roland Messerli auf der Projektseite zum Schulhaus Arni von Solarify: «Dank der Crowdfinanzierung mit Solarify profitieren die Gemeinde, die Umwelt und auch die Bevölkerung davon.»
Die Bevölkerung konnte sich beteiligen
Auch Gemeinderat Daniel Hirschi zog gegenüber dem Nachrichtenportal Nau.ch eine begeisterte Bilanz: «Besonders schön finde ich, dass sich die Bevölkerung direkt beteiligen konnte – während die Gemeinde von einer Anlage profitiert, um deren Betrieb, Unterhalt und Stromvermarktung sie sich nicht selbst kümmern muss.»
Bei Solarify mitmachen
Die Solaranlage auf dem Schulhausdach in Arni ist finanziert. An der Enggisteinstrasse in Worb oder auf einem Bauernhof in Lauperswil stehen noch Panels zum Verkauf.
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