Biohof Blaser bietet Zootieren eine neue Heimat
In den vergangenen Wochen hat die Diskussion über den Umgang mit überzähligen Tieren im Tierpark Bern schweizweit für Gesprächsstoff gesorgt. Während viele in den sozialen Medien Kritik üben, hat ein Landwirt aus der Region Bern-Ost eine ganz eigene Konsequenz gezogen: Er möchte den betroffenen Tieren auf seinem Hof ein neues Zuhause bieten.
Unlängst hat der Oberthaler Landwirt Simon Blaser begonnen, auf einem Teil seines Landes mehrere Gehege zu planen und vorzubereiten. Etliche Leute haben sich bereits gewundert, was er im Sinn hat. Gegenüber BERN-OST verrät er den Zweck seiner Arbeiten: Er wird den Tieren, für die im Tierpark kein Platz mehr vorhanden ist, eine alternative Unterkunft bieten.
«Ich habe mir gedacht: Wenn Tiere wegen Platzproblemen getötet werden müssen, dann kann man doch auch versuchen, ihnen anderswo Platz zu bieten», sagt Blaser schlicht. «Land haben wir hier draussen genug.»
Erste Gehege entstehen
Auf einer Wiese oberhalb des Dorfes sind mehrere Gehege geplant. Noch stehen vor allem Zäune, Holzpfosten und erste Unterstände. Blaser spricht von einem längerfristigen Projekt. «Zuerst geht es um Raubtiere, akutell laufen noch Verhandlungen. Aber es sieht gut aus, dass wir einen Tiger kriegen», sagt er und plant bewusst grosszügig: «Wenn ich etwas mache, dann richtig.»
Der Landwirt betont, dass er nicht einfach einen privaten Zoo aufbauen wolle, vielmehr sehe er sein Vorhaben als Beitrag zum Tierwohl: «Viele Leute regen sich im Internet auf, dass ältere Zootiere getötet werden müssen. Ich wollte nicht nur reden, sondern etwas tun.»
Gespräche und erste Abklärungen
Nach Angaben des Landwirts laufen bereits Gespräche mit Fachleuten. Auch die Gemeinde Oberthal sei über das Projekt informiert:
«Wir haben davon gehört», sagt Gemeindepräsident Christoph Zbinden auf Anfrage. Das Vorhaben sei sicher ungewöhnlich, sagt er. «Aber es zeigt auch, dass sich Menschen Gedanken über den Umgang mit Tieren machen.»
Bauer Blaser sagt, er wolle Schritt für Schritt vorgehen und zunächst die nötige Infrastruktur schaffen: Die Gehege müssten stabil, sicher und tiergerecht gebaut werden. «Das braucht Zeit. Aber wir sind dran.»
Interesse in der Region
In der Region hat das Projekt bereits für Gesprächsstoff gesorgt. Einige Nachbarn hätten ihre Unterstützung angeboten: «Einer hat gesagt, er helfe beim Zaunbau, ein anderer bringt vielleicht Holz», erzählt Aeschlimann. «Die Leute finden die Idee spannend.» Auch für Besucher könnte der Hof künftig interessant werden. Der Landwirt kann sich vorstellen, gelegentlich Führungen anzubieten.
Erste Führung ist schon geplant
Eine erste öffentliche Besichtigung ist bereits angedacht. Wenn alles nach Plan läuft, soll am 1. August um 17 Uhr eine Führung stattfinden. Dann soll das erste fertiggestellte Gehege vorgestellt werden. «Bis dahin wollen wir zeigen können, wie wir uns das vorstellen», sagt Simon Blaser. «Vielleicht steht dann schon das erste Tier hier – oder zumindest ist alles bereit dafür.»
Falls der Ausbau komplizierter werde und dann noch nicht ganz bereit sei, gebe es an diesem Termin immerhin «eine schöne Aussicht und etwas zu trinken». Wer die Entwicklung auf dem Hof verfolgt, merkt schnell: Der Oberthaler Landwirt geht sein Projekt seriös an, auch wenn noch vieles offen ist. Oder wie Blaser selbst sagt: «Manchmal muss man einfach anfangen.»