Bruno Adrian Lüscher und das Berndeutsch

«Dass der Dialekt ja nicht vergessen geht»

Bruno Adrian Lüscher, der das Berndeutsche liebt, hat ein zweites Buch geschrieben. Er hat über 100 berndeutsche Wörter und Redensarten hintersinnt, zerlegt und in lockerer Poesie wiedergeben.

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Bruno Adrian Lüscher liest aus seinem neuen Buch vor. (Foto: rb)

Bruno Adrian Lüscher (74) aus Littewil hat schon wieder ein Buch abgeliefert. «minger u meh» ist der Titel seines zweiten Bandes über berndeutsche Wörter und Redewendungen.

 

«Hesch derwyl» - was soll das heissen?

Ihm liegt das urchige, echte Berndeutsch am Herzen. «Ich finde es schade, wenn alte Worte verloren gehen», sagt er. «Hesch derwyl» ist so ein Ausdruck, dem er im Buch eine Seite widmet. Das klingt dann so:

Hesch derwyl?
Hesch du chli Zyt,
chly Zyt für öppis z brichte?
Hesch derwyl, chasch du’s yrichte?

I wott di öppe nid versuume,
störe oder derangschiere –
säg mer nume, wes nid geit,
u tue di nid geniere.

Bisch im Druck u bisch im Stress?
Hesch viel z viel Püetz um d Ohre:
Vo unge u obe, vo hinge u vo vore?
Hesch ke Zyt, hesch nid derwyl?

Alte Wörter aufleben lassen

Über 100 berndeutsche Ausdrücke ist Lüscher nachgegangen und hat jeder Redewendung eine Seite gewidmet. Man begegnet in seinem Buch Worten, die man schon eine Zeit lang nicht mehr gehört hat: Jufle, ratiburgere, schampar, Gutter, grümschele oder bosge.

 

Er verzichtet darauf, die Wörter wie in einem Wörterbuch zu erklären. Lüscher macht dies spielerisch, in Versform, wie beim obigen Beispiel.  

 

Im Eigenverlag publiziert

Im Oktober hat Lüscher den ersten Band «Nidle u Anke», nicht etwa «Rahm und Butter», im Eigenverlag herausgegeben. Davon hat er laut eigenen Angaben rund 400 Exemplare verkauft. Jetzt folgt bereits der Nachfolger «minger u meh».

 

Auch dieses Buch vertreibt Bruno Adrian Lüscher selbst. Man kann es direkt bei ihm per Email unter luescher26@bluewin.ch bestellen.

Wer Bruno Lüscher mit seinem neuen Buch «minger u meh» live erleben möchte, kann die musikalisch begleitete Vernissage besuchen. Am 19. Juni 2026, 20 Uhr, Kultur-Treffpunkt Tell, Bernstrasse 101, Ostermundigen. Am 28. August 2026 19:30 Uhr, Perron-3 in Boll (vis-à-vis RBS-Station Boll-Utzigen), musikalisch begleitet von Lucius Schubert


Autor:in
Rolf Blaser, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 21.04.2026
Geändert: 21.04.2026
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