Es geht familiär und frisch weiter
Das Geschäftsführerpaar der Linde Stettlen geht in Pension und übergibt das Restaurant nach 30 Jahren. Jetzt ist bekannt: Das Dorf behält auch nach dem Abgang von Christoph und Sonja Meierhofer sein Restaurant. Übernehmen wird ein dreiköpfiges Führungsteam mit vertrauten Gesichtern und neuer Verstärkung in der Küche. Und mit einigen neuen Plänen.
Der Abschied rückt näher: Während drei Jahrzehnten haben Christoph und Sonja Meierhofer das Restaurant mit viel Herzblut geführt und in dieser Zeit unzählige Gäste bewirtet, Anlässe organisiert und Geschichten erlebt (BERN-OST berichtete). Ende Jahr übergeben sie in neue Hände, und ein neues Führungstrio übernimmt: Monika Grütter und Sabrina Thommen sind die neuen Gastgeberinnen, Ricardo Burkhard waltet als neuer Küchenchef.
Zwei bekannte Gesichter, ein neues
Die Gäste des Restaurants Linde können sich schon mal freuen, denn damit werden auch im neuen Jahr bestens bekannte Gesichter sie begrüssen: Monika Grütter und Sabrina Thommen arbeiten schon seit acht Jahren zusammen in der Linde, Grütter bereits als Stellvertreterin von Christoph und Sonja Meierhofer, Thommen übernimmt künftig die operative Leitung im Service. Damit bleiben den Gästen zwei vertraute Gesichter erhalten – und ein gut eingespieltes Team.
In der Küche hingegen wird ein neuer Küchenchef für Genuss sorgen: Ricardo Burkhard, zurzeit noch Küchenchef im Berner Klötzlikeller und vorher im Restaurant Süder, bringt seine Ideen nach Stettlen. Sabrina Thommen, die Sprecherin des Führungstrios, erzählt, wie das Menu künftig aussehen wird: «Saisonal, regional und kreativ soll seine Küche sein, alles aus frischen Produkten selbst hergestellt, alles aus der Umgebung.» Auf dem Menu werden Cordon Bleu, Leberli mit Rösti, aber auch Vegetarisches zu finden sein, gutbürgerliche Küche oder «Französische Brasserieküche», wie Küchenchef Burkhard es nennt.
Klein aber fein
Um alles frisch zubereiten zu können, wird Ricardo Burkhard die Speisekarte etwas kleiner halten. «Das hilft letztlich auch gegen Foodwaste», sagt Sabrina Thommen. Auch punkto Personal werden die Neuen ein paar Anpassungen vornehmen: Im Service wird neben den beiden Frauen nur noch eine fix angestellte Person arbeiten plus jemand im Stundenlohn, für Anlässe und Vertretungen wollen sie einen Aushilfe-Pool aufbauen. Auch in der Küche wird ein Dreierteam am Werk sein, nebst Küchenchef Burkhard zwei Angestellte. Die drei vom Führungsteam freuen sich auf die Zusammenarbeit, auch wenn die Übernahme eine grosse Herausforderung bedeute.
Aber die Voraussetzungen seien gut, sagt Sabrina Thommen dann: «Monika und ich haben uns sehr gut kennengelernt und verstehen uns bestens.» Und Koch Ricardo? Sie lacht herzhaft: «Ihn kenne ich noch viel besser, er ist mein Bruder.» Als die Idee für eine Übernahme entstand, lag die Idee rasch auf der Hand, ihn ins Boot zu ziehen, und er war sofort dabei: Die Geschwister sind in Stettlen aufgewachsen und verwurzelt, inzwischen wohnen sie beide wieder im Dorf – gleich neben der Linde. «Wir sind quasi mit der Linde aufgewachsen», sagt Sabrina Thommen. «Dort feierten wir unsere Taufen und Konfirmationen, ich meine Hochzeit – sie liegt uns sehr am Herzen.»
«Weniger ist mehr»
Vor der Eröffnung Ende Januar (siehe Kasten unten) werden die Restaurant-Räume frisch gestrichen und leicht umdekoriert. «Wie in der Küche gehen wir auch bei der Einrichtung nach dem Motto ‘weniger ist mehr’», fasst Sabrina Thommen zusammen. «Wir werden alles ein bisschen moderner und leichter einrichten.» Für das Führungsteam zeigt sich dabei die neue Betriebsform als vorteilhaft: Die Bernapark AG als Besitzerin übernimmt sämtliche Renovationskosten.
Hans-Ulrich Müller, Inhaber der Bernapark AG, freut sich ebenfalls über die neue Lösung: «Die Linde liegt uns sehr am Herzen», äussert er in der offiziellen Mitteilung. Er freue sich, dass er auf die bestehenden Mitarbeiterinnen und den neuen Küchenchef zählen dürfe: «Das Team verbindet die Vertrautheit, die unsere Gäste schätzen, mit neuen Ideen für die Zukunft.» Gleichzeitig sei er sehr dankbar, dass «Sonja und Christoph Meierhofer die Linde während 30 Jahren mit so viel Herzblut geführt und geprägt haben».
Die einen bereiten sich auf den Abschied vor …
Diese bereiten sich derweil mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den Abschied vor. Dieser Tage geben sie noch einmal Vollgas: Zwischen Ende Oktober und Dezember laden sie zu etlichen Anlässen ein, um noch einmal mit ihren Gästen zu feiern – und Abschied zu nehmen: Dreimal Fondue-Chinoise mit einem Auftritt der Comeback-Band stehen Ende Oktober und Anfang November auf dem Programm, Mitte November geht es dann noch einmal an die grosse Metzgete in der Linde.
Und im neuen Jahr ohne die Arbeit in der Linde? Christoph Meierhofer überlegt nicht lange: «Dann geniessen wir die neugewonnene Freiheit: Sie lässt uns Zeit für die vielen kleinen Wünsche, die vorher im Alltag untergingen.» Zeit vor allem für die Familie und die beiden kleinen Enkeltöchter, die jüngere ist erst im September zur Welt gekommen: «Mit ihnen in die Natur hinausgehen, gärtele, Pilze suchen und ihnen später Skifahren und Velofahren beibringen», je mehr er drüber nachdenkt, desto rascher sprudeln die Ideen, und es wird klar: Den beiden wird nicht langweilig.
… die anderen geben bald Vollgas
Für Monika Grütter, Sabrina Thommen und Ricardo Burkhard, die drei Neuen, läuft es umgekehrt, sie werden ab dem 23. Januar 2027 Vollgas geben: Mit neuen Öffnungszeiten, ohne den bisherigen Raucherbereich, dafür mit viel frischem Schwung. Bleiben werden ihnen ganz sicher die Vereine, die sich bereits freuen, dass es mit dem Restaurant weitergeht.
Was mit dem Hotel wird, muss sich erst noch zeigen: «Wir haben uns kurz überlegt, dieses auch zu übernehmen», sagt Sabrina Thommen. Aber das schien letztlich zu gross. «So entschieden wir, dass wir uns lieber voll auf das Restaurant konzentrieren.»
Theaterleute zum Start
Aus dem Dorf hätten sie viele positive Rückmeldungen erhalten, und der Start sei gut aufgegleist, sagt Thommen: «Die Facettenbühne Thun, die seit Jahren in der Linde probt und aufführt, bringt uns viele Gäste.» Für die Theaterleute wird das Restaurant erstmals am Donnerstagabend vor der offiziellen Eröffnung offenstehen. Nach der offiziellen Eröffnung geht es Ende Januar richtig los – in der altbekannten Linde mit dem neuen Team und den frischen Ideen.
Das altbewährte, neugeführte Restaurant Linde
Restaurantbetrieb und wirtschaftliche Verantwortung liegen laut der offiziellen Mitteilung neu beim Bernapark, die drei Neuen im Restaurant sind bei der Gastro Bernapark AG angestellt. Für den Hotelbetrieb werde zurzeit eine andere Lösung erarbeitet, heisst es: Der Bernapark will demnächst informieren, wie es dort weitergeht.
Dreifacher Start
- Eröffnung für die FacettenBühne Thun: Im Rahmen der FacettenBühne Thun wird das Restaurant erstmals am Donnerstagabend, 21. Januar 2027, geöffnet.
- Offizielle Restaurant-Neueröffnung: Samstag, 23. Januar 2027, von 14 bis 18 Uhr. Bei einem gepflegten Apéro mit kleinen Speisen und Getränken können die Gäste das Team kennenlernen und gemeinsam auf das neue Kapitel der Linde anstossen. Das Team heisst bekannte und neue Gesichter herzlich willkommen.
- Regulärer Restaurantbetrieb: Ab Dienstag, 26. Januar 2027.
Neue Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 10 bis 14 Uhr und 17 bis 23 Uhr
Samstag: 10 bis 23 Uhr
Sonntag und Montag: Ruhetage
Der bisherige Raucherbereich wird nicht weitergeführt; künftig ist das gesamte Restaurant rauchfrei.