Wenn der Hund ausreisst

Hachito lief von Wattenwil zum Sonnenhof – und zurück

Hachito war vier Jahre alt, als er während der Corona-Zeit eines Tages aus Wattenwil verschwand. Stunden später stand der Hund vor dem Sonnenhofspital in Bern. Am Abend war er wieder zu Hause in Wattenwil bei Worb. Fast hätte es niemand bemerkt.

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Hans Schneider und der Hund Hachito. (Foto: rb)

Tiergeschichten gehen allen ans Herz, und diese hier klingt fast unglaublich. Es ist die Geschichte, die uns Hans Schneider aus Wattenwil beiläufig erzählt hat.

 

Es geschah am 16. Dezember 2020. Hans Schneiders Frau lag damals schon längere Zeit im Sonnenhof. Der Hund Hachito, ein japanischer Akita, gehörte damals und auch heute ihrer Tochter Brigitte. Brigitte wohnt mit ihrer Familie im Bauernhaus, Hans und Käthi Schneider daneben im Stöckli.

 

Auf direkter Route in den Sonnenhof

An diesem Tag kam Brigitte’s Sohn gegen 17 Uhr nach Hause und liess Hachito hinaus. Der Hund trug ein GPS-Halsband, weil er immer wieder mal weglief. Und das tat er an diesem Tag auf eine besonders rätselhafte Weise. Hachito lief auf direktem Weg runter nach Worb und via Stalden nach Rüfenacht. Er lief weiter der Strasse entlang nach Gümligen, durchs Murifeld, und weiter bis zum Zentrum Freudenberg und von dort zum Sonnenhofspital.

Spinnt der Tracker?

Zu diesem Zeitpunkt erhielt seine Halterin eine Nachricht von der App auf ihr Handy. Hachito befinde sich in Bern. Sie selbst befand sich im Berner Oberland und konnte sich das nicht erklären. Sie hielt die Meldung zunächst für einen Fehler des GPS-Trackers. Doch Hachito war tatsächlich dort.

 

Mitarbeitende des Sonnenhofspitals hätten später der Familie Schneider berichtet, dass ein gelber Hund vor dem Eingang gestanden habe. Ins Gebäude liessen sie ihn nicht. Der Hund war dann plötzlich wieder weg.

 

Gegen 23 Uhr öffnete der Sohn zu Hause die Tür und schaute nach Hachito. Kurz darauf kam dieser zur Tür rein und wedelte mit dem Schwanz.

24 Kilometer hin und zurück

Vom damaligen Ausflug existiert lediglich ein Foto des GPS-Trackers. Darauf ist die Route des Hundes zwischen Wattenwil und dem Sonnenhof zu sehen.

 

Die Strecke zwischen Wattenwil und Sonnenhof beträgt rund zwölf Kilometer. Für Hin- und Rückweg macht das 24 Kilometer. Hachito hatte für die Strecke sechs Stunden Zeit, was einem durchschnittlichen Tempo von vier Stundenkilometern entspricht.

 

Wie Hachito den Weg fand, werden wir nie erfahren. Der damalige GPS-Tracker wird heute nicht mehr verwendet.

 

Wars ein Scherz?

Eine mögliche Erklärung könnte sein: Hatte jemand den Hund mit dem Auto zum Sonnenhof gefahren und die Geschichte inszeniert? Die Halterin schliesst aus, dass jemand für einen solchen Streich sechs Stunden aufwenden würde. Fraglich ist auch, ob jemand einen solchen Scherz während in all den Jahren nicht auflösen würde.

Ein Weg ohne Erklärung

Hachito lief nicht zum ersten Mal weg. Dass er aber ausgerechnet beim Sonnenhofspital auftauchte, wo Hans Schneiders Frau Käthi zu dieser Zeit lag, ist bis heute ungeklärt.

 

Schneider selbst glaubt, der Hund «habe halt einfach gespürt, dass Käthi dort sei und wollte sie besuchen.» Oder erinnerte sich Hachito an Wege, Gerüche oder frühere Fahrten?

 

Fest steht: Der Hund verschwand in Wattenwil, wurde beim Sonnenhof gesehen und kam am selben Abend wieder nach Hause. Das GPS-Halsband zeichnete die Route auf. Hachito lebt heute noch. Er ist inzwischen zehn Jahre alt und gehört nach wie vor Schneiders Tochter Brigitte.

Hast auch du etwas spezielles erlebt oder gesehen? Oder du kennst jemanden, der eine schöne Geschichte auf Lager hat? Melde dich bei uns per Mail unter info@bern-ost.ch oder via Whatsapp (079 853 92 10).


Autor:in
Rolf Blaser, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 12.09.2026
Geändert: 12.09.2026
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