«Damit findet eine besondere Rettungsaktion ihren Abschluss»
Am Samstagmorgen fuhr ein Pneukran beim Freizeithaus beim Äusseren Stalden in Worb vor. Dieser hob den Speicher in die Luft und liess ihn am neuen Ort wieder runter.
Fast hätte der Speicher den Abbruch des Aebersoldhauses in Rüfenacht nicht überstanden. Doch in einer nächtlichen Aktion wurde letztes Jahr der 250-jährige Speicher von Rüfenacht runter nach Worb zum Freizeithaus gezügelt.
Nur ein halbes Jahr später kam das OK vom Regierungsstatthalteramt und sagte: Der Speicher darf beim Freizeithaus stehen. Wieder ein halbes Jahr später wurde der Speicher am letzten Samstag an seinen definitiven Ort versetzt. Für den Umzug eingesetzt hat sich unter anderem Jonathan Gimmel, Präsident des Vereins Offene Jugendarbeit Worb.
BERN-OST: Jonathan Gimmel, wie gingen die Arbeiten am Samstagmorgen über die Bühne?
Jonathan Gimmel: Die Versetzung des rund 250-jährigen Speichers verlief erfolgreich und stiess auf grosses Publikumsinteresse. Zahlreiche Schaulustige verfolgten das Spektakel. Gleichzeitig feierten wir 50 Jahre offene Kinder- und Jugendarbeit Worb. Gemeinderätin Myrjam Gerber (Grüne) würdigte in ihrer Ansprache dieses besondere Jubiläum.
Konnte der Speicher planmässig platziert werden?
Ja, der Speicher steht nun an seinem definitiven Standort beim Freizeithaus Worb. Damit findet eine aussergewöhnliche Rettungsaktion ihren Abschluss: Noch im Mai 2025 war das historische Gebäude in Rüfenacht in letzter Minute vor dem Abbruch gerettet worden.
Was bedeutet die neue Heimat des Speichers für Worb?
Der Speicher verbindet Geschichte mit Zukunft. Ein Stück Worber Kulturgut bleibt erhalten und wird zum lebendigen Begegnungsort. Offene Kinder- und Jugendarbeit ist kein freundliches Zusatzangebot für gute Zeiten. Sie gehört zur sozialen Infrastruktur einer funktionierenden Gemeinde.
Der FreizeitSpeicher steht sinnbildlich für diese Haltung: Seit 50 Jahren schafft die Jugendarbeit Räume für junge Menschen – und entwickelt sich immer wieder weiter.
Wofür wird er künftig genutzt?
Der Speicher wird zum öffentlich zugänglichen Treffpunkt für Jung und Alt. Das Erdgeschoss bietet einen geschützten Aufenthaltsort, die oberen Geschosse dienen der Jugendarbeit. Rundherum entsteht schrittweise ein naturnaher Begegnungsraum mit Sitzgelegenheiten und Platz zum Verweilen. Oder anders gesagt: Holz, das vor Jahrhunderten gewachsen ist, schafft künftig Raum für die Freizeit heutiger und kommender Generationen.