Gemeindeversammlung Oberdiessbach

4 Mal Ja und 15 Glückpilze

Bei leichtem Nieselregen fanden über 100 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger den Weg zur zweiten Gemeindeversammlung im Geissbühlerhaus. Bevor der Gemeinderat die Versammlung eröffnete, gab es etwas zu gewinnen.

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Die Gemeindeversammlung im Geissbühlerhaus in Oberdiessbach verlief ruhig, es wurde zügig abgestimmt. (Foto: rb)

Die Versammlung begann mit einer Verlosung, da die Gemeinde neu Standortpartnerin des Castle Jazz & Blues im Schlosspark Oberdiessbach ist. Zum Einstieg amtete Gemeindepräsidentin Bettina Gerber (Die Mitte) als Glücksfee und zog 15 Siegerlose, die zum Eintritt für zwei Personen ans Castle Jazz & Blues berechtigen.

 

Schwarze Null statt rotes Minus

Gemeinderat Pascal Reusser (SP-Liste) präsentierte die Jahresrechnung fürs vergangene Jahr. «Die Gemeinde hat mehr eingenommen als ausgegeben und steht somit besser da als budgetiert», sagte Reusser gleich zu Beginn. Der allgemeine, steuerfinanzierte Haushalt erzielte ein Plus von 385'000 Franken. Dieser Betrag wurde in die finanzpolitische Reserve eingelegt, womit die Gemeinde das Jahr mit einer schwarzen Null abschliessen konnte. Das Ergebnis wurde von der Versammlung einstimmig genehmigt.

Neue IT kommt teurer als die alte

«Die heutige Serveranlage ist veraltet und muss ersetzt werden», sagte Gemeindepräsidentin Bettina Gerber zum Grund, warum die gesamte Informatik zur Firma Talus nach Seedorf ausgelagert werden soll. Heute stehe im Keller des Gemeindehauses ein Server, was nicht mehr zeitgemäss sei. «Die Kosten sind bedeutend!», was so viel heisst wie teuer. Die Gemeinde hat mehrere Offerten geprüft, vom Preis her seien diese vergleichbar.

 

Mit der Auslagerung der IT kommen pro Jahr wiederkehrende Kosten von 112'700 Franken auf die Gemeinde zu. Abgestimmt wird über ein Kredit von 181'000 Franken für die Auslagerung der IT. Die Versammlung hat dem Geschäft mit grossem Mehr bei drei Gegenstimmen zugestimmt.

Neuer Kunstrasen für den Sportplatz Leimen

Der 13-jährige Kunstrasen hat sein Lebensende erreicht und muss ersetzt werden (BERN-OST berichtete). Der Platz werde intensiv von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen genutzt. Das kostet die Gemeinde 450'000 Franken.

 

Wie viel der FC Oberdiessbach daran zahle, fragt eine Frau aus dem Publikum. Der Club beteiligt sich pro Jahr mit 25'000 Franken an den Betriebskosten, nicht aber am Rasen.

 

Warum die Gemeinde dies bezahle, fragt eine weitere Frau. «Das ist, weil der Platz der Gemeinde gehört», antwortet die Gemeindepräsidentin.

 

Nach kurzer Diskussion hat die Gemeindeversammlung dem Ersatz des Rasens mit klarem Mehr bei zwei Gegenstimmen zugestimmt. Somit kann der Kunstrasen noch dieses Jahr ersetzt werden. 

Mehr Platz für die Lehrer für eine Viertelmillion Franken

Die ehemaligen Räume der Mediothek auf dem Sekundarschulareal sollen zum Lehrerbereich umgebaut werden. Geplant sind Arbeitsplätze für die Unterrichtsvorbereitung, Sitzungsnischen, Pausenraum, Nasszellen und ein Büro für Schulleitung und Sekretariat. Dafür sind 260'000 Franken veranschlagt, was von der Gemeindeversammlung mit deutlichem Mehr bei drei Gegenstimmen genehmigt wurde.

 

Verschiedenes

Gemeindepräsidentin Bettina Gerber informierte zum Schluss über laufende Projekte wie die Schulraumplanung, die geplante Ortsplanungsrevision sowie die Sanierung des Gemeindehauses in Bleiken. Zudem kündigte sie die Einweihung des neuen Primarschultrakts am 5. September an und dankte den zahlreichen Freiwilligen des Emmentalischen Schwingfests. «Ich war sehr stolz und freute mich über dieses schöne Fest», so Gerber.

Es waren 114 von 2815 stimmberechtigten Personen an der Gemeindeversammlung anwesend, was einer Stimmbeteiligung von vier Prozent entspricht.


Autor:in
Rolf Blaser, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 09.06.2026
Geändert: 09.06.2026
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