Neues Gemeindehaus Münsingen

Kosten steigen um fast 6 Millionen Franken

Das neue Gemeindehaus in Münsingen kommt teurer als ursprünglich geplant war. Statt 19 Millionen kostet der Neubau 25 Millionen Franken. Über den Mehrbetrag muss das Münsinger Parlament entscheiden.

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Das neue Gemeindehaus wird neben der Migros am Bahnhofplatz gebaut. (Foto: Muensingen.ch)

Am Bahnhofplatz in Münsingen soll ein neues Gemeindehaus gebaut werden. Vor fünf Jahren hat das Stimmvolk deutlich Ja zu diesem Projekt gesagt. Seither ist die Teuerung massiv gestiegen, weshalb der Bau jetzt mehr kostet.  

 

Für den Neubau des Gemeindehauses beantragt der Gemeinderat jetzt einen Nachkredit von 5.8 Millionen Franken. Damit steigen die gesamten Projektkosten von ursprünglich 19.3 Millionen auf 25.1 Millionen Franken. Dies geht aus dem Antrag für die nächste Parlamentssitzung hervor.

 

Hohe Teuerung

«Die hohe Teuerung (Erhöhung Baupreisindex) und die Erhöhung der Mehrwertsteuer haben seit der Volksabstimmung im November 2021 grosse finanzielle Auswirkungen auf das Projekt», schreibt der Gemeinderat. Laut seinen Angaben entfallen rund 3.5 Millionen Franken der Mehrkosten auf die Teuerung im Bausektor und die Erhöhung der Mehrwertsteuer. Ohne diese Faktoren lägen die zusätzlichen Kosten bei rund 207'000 Franken.

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Im September soll die alte Moschti abgerisssen werden. (Foto: Google Maps)

Grossteil der Arbeiten bereits ausgeschrieben

Nachdem das Parlament den ersten Nachkreditantrag vor einem Jahr zurückgewiesen hatte, erhielt der Gemeinderat den Auftrag, das Projekt weiterzuführen und 60 Prozent der Bausumme auszuschreiben. Inzwischen wurden unter anderem die Arbeiten für Baugrube, Holzbau, Elektro-, Heizungs- und Sanitäranlagen ausgeschrieben. Laut Gemeinderat gingen jeweils mindestens vier Angebote ein.

 

Das Baubewilligungsverfahren ist ebenfalls weit fortgeschritten. Die Auflage- und Einsprachefrist ist abgelaufen, Einsprachen gingen keine ein.

Holzbau mit Solaranlage

Das neue Gemeindehaus soll als Holzbau gebaut werden und den höchsten Standards genügen. Geplant sind ein erneuerbares Heiz- und Kühlsystem mit Erdsonden sowie eine Solaranlage auf dem Dach. Das Gebäude bietet künftig Platz für die Gemeindeverwaltung, den regionalen Sozialdienst Wichtrach und vermietbare Flächen für Dritte.

Bezug frühestens in drei Jahren

Sofern das Parlament dem Nachkredit zustimmt, kann im September mit dem Abriss und Rückbau der alten Moschti begonnen werden. Danach folgt der Baustart. Die Inbetriebnahme ist für Dezember 2028 vorgesehen, der Bezug im Frühjahr darauf. Der Entscheid über den Nachkredit liegt abschliessend beim Gemeindeparlament, dieses tagt am 9. Juni.

Was bisher geschah

  • Vor fünf Jahren beantragte das Münsinger Parlament den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern eine Variantenabstimmung bezüglich Standort und Verpflichtungskredit für das Gemeindehausprojekt. An der Urnenabstimmung vom 28. November 2021 wurde mit 4‘171 Stimmen (72.5%) dem Bau eines zentralen Gemeindehauses am Standort «Alte Moschti» und einem Verpflichtungskredit von 19.31 Millionen Franken zugestimmt.
     
  • Danach wurde der Kauf des Grundstücks «Alte Moschti» zum Preis von zwei Millionen Franken abgewickelt.
     
  • Den ausgeschriebenen Architekturwettbewerb gewannen Zenklusen Pfeiffer Architekten AG, Brig, égü Landschaftsarchitekten GmbH, Zürich und Schnetzer Puskas Ingenieure AG, Bern mit ihrem Projekt «Unter einem Dach».
     
  • Im Juni 2025 ging ein erster Nachkredit über 5.68 Millionen Franken ans Gemeindeparlament, das diesen zurück an den Gemeinderat wies.

Autor:in
Rolf Blaser, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 23.05.2026
Geändert: 23.05.2026
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