Arbor AG Lindental

Mehr Platz für schwere Stapler

Die Staplerfirma Arbor AG will wachsen. Dafür soll die bestehende Arbeitszone im Lindental erweitert werden. Die ersten Reaktionen an einem Informationsanlass der Gemeinde waren positiv, und Gemeindepräsidentin Nadia Lützelschwab zeigt sich erfreut über die Stärkung des Wirtschaftsstandorts. Zurzeit läuft das Mitwirkungsverfahren.

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Gemeindepräsidentin Nadia Lützelschwab lud die Bevölkerung zum Info-Anlass zum Ausbau der Arbor AG. (Foto: Archiv BERN-OST)

Im Lindental steht mitten im Grünen eine Firma, die laut ihren Angaben «die wahrscheinlich breiteste Produktpalette im Staplerbereich der Schweiz» anbietet: Stapler für fast jeden Zweck –  Seitenstapler, Gabelstapler und Teleskoplader; Stapler, die eine Tonne heben können und solche, die stolze zweiundfünfzig Tonnen schaffen.

 

Platz für Mietflotte und Fahrschule

Das Geschäft läuft offensichtlich: Die Firma hat vor fünf Jahren das Hauptgebäude aufgestockt und «lichtdurchflutete, attraktive Büroräume» gestaltet, um Fachkräfte anzuziehen, wie sie damals verlauten liess. Jetzt will sie noch weiter ausbauen: Damit sie konkurrenzfähig bleiben kann, benötigt die Arbor AG offenbar Platz für ihre Mietflotte und das Fahrschulangebot. Die Arbeitszone im Lindental soll daher um maximal 3000 Quadratmeter erweitert werden.

 

Etliche neue Arbeitsstellen

Für die Gemeinde sei die Arbor AG eine wichtige Arbeitgeberin, erklärt Nadia Lützelschwab. Aktuell beschäftigt die Firma 75 Mitarbeitende, 60 davon im Lindental, künftig will sie rund 20 bis 30 neue Vollzeitstellen schaffen. «Das stärkt den Wirtschaftsstandort Vechigen und sichert lokale Arbeitsplätze», freut sich die Gemeindepräsidentin. Die Bevölkerung, das ist ihr ebenso wichtig, soll aber schon früh einbezogen werden und mitreden können.

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Die Arbor AG braucht mehr Platz für ihre Stapler-Flotte zum Mieten und Kaufen. (Foto: arbor-ag.ch)

Bevölkerung wurde informiert

Deshalb lud die Gemeinde als Auftakt der Mitwirkungsrunde zu einem Informationsanlass. Rund 50 Interessierte liessen sich erklären, wie das Projekt aussehen soll. Der Erhalt des Kulturlandes, so liessen sie sich erklären, werde hoch gewichtet, eine Neueinzonung werde erst ins Auge gefasst, wenn es anders nicht möglich sei.

 

Unbegrenzt in die Höhe stapeln geht nicht

Das sei in diesem Fall so abgelaufen, erklärt Nadia Lützelschwab auf Anfrage: «Die Arbor AG setzte zuerst auf innere Verdichtung und baute eine neue Halle zwischen den bestehenden.» In die Höhe, so habe Arbor-Geschäftsführer Andreas Stettler auf eine Frage aus dem Publikum geantwortet, lasse sich nicht unbeschränkt bauen – die Stapler sind zu schwer, um in Stockwerken übereinander gestapelt zu werden. Sie brauchen deshalb mehr Platz.

Was ist mit Hochwasser?

Nach dem Infoabend zeigte sich Nadia Lützelflüh positiv überrascht, dass so viele Leute – vorwiegend aus dem Lindental – zum Anlass erschienen waren. Und erst recht, dass die Reaktionen nicht kritisch, sondern vorwiegend interessiert ausgefallen sind: «Es ging den Anwesenden vor allem darum, zu verstehen, was genau warum entstehen soll», fasst sie zusammen. Fragen seien vor allem rund um Verkehr aufgetaucht, oder zu Naturgefahren wie Hochwasser.

 

Das Terrain ist aufgeschüttet

Punkto Hochwasser konnte Nadia Lützelschwab beruhigen: «Das Gefahrengutachten zeigte kein Problem, das Terrain ist aufgeschüttet, damit der Bach bei Hochwasser über die Strasse abgeleitet werden kann.» Die Anwesenden schienen zufrieden mit diesen Informationen. Das Mitwirkungsverfahren läuft noch bis Mitte März, aber Fundamentalopposition erwartet Nadia Lützelschwab nicht: «Wir haben das in einem längeren Prozess gut abgearbeitet und kommunizieren transparent – auf der Gemeinde sind auch Zusatzinformationen erhältlich.»

Zeitplan mit Best Case und Realität

Dennoch sei die Gemeinde gespannt auf das Mitwirkungsverfahren. Insgesamt sei sie aber positiv gestimmt, «dass wir so weiterfahren können wie geplant». Ungewiss am Zeitplan sei vor allem die Zeit, die der Kanton für das Bewilligungsverfahren brauche: Vorgesehen sind drei Monate im dritten Quartal 2027, nachdem die Gemeindeversammlung das Geschäft beschlossen hat. «Aber das ist wohl der Best Case», sagt Lützelschwab: «Realistisch gesehen rechne ich mit einem Jahr.»

 

Wirtschaftsstandort weiterentwickeln

Für die Gemeinde seien aber Schritte zugunsten von Firmen wie der Arbor AG sehr wichtig: «Der Wirtschaftsstandort Vechigen muss attraktiv behandelt werden, damit innovative Unternehmungen wachsen, sich weiterentwickeln und hierbleiben können», betont sie, und ergänzt: «Wir erfahren viel Goodwill aus der Bevölkerung.» Bisher habe sich gezeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger den Austausch an solchen Anlässen schätzen. «Jetzt müssen wir ihnen auch zeigen, dass wir ihre Inputs weiterverfolgen.»

Öffentliche Mitwirkung «Erweiterung Arbeitszone Lindental»

Das Planungsdossier «Erweiterung Arbeitszone Lindental» liegt bis am 13. März 2026 zur öffentlichen Mitwirkung auf: Bei der Gemeindeverwaltung Vechigen oder auf der Website von Vechigen. Begründete Einwendungen und Anregungen während der Mitwirkungsfrist sind möglich, Einsprachen können jedoch erst während der öffentlichen Auflage gemacht werden.


Autor:in
Claudia Weiss, claudia.weiss@bern-ost.ch
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Erstellt: 02.02.2026
Geändert: 02.02.2026
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