Schulhandball Walkringen

Mit dem Mannschaftsbus an die Schweizermeisterschaften

Die siebten Klassen in Walkringen sind im Handballfieber: Je ein Mädchenteam und ein Jungenteam haben es an die Schweizermeisterschaften im Schulhandball geschafft. Mitte Juni zeigt sich im zürcherischen Steinmaur, ob sie von dort Gold heimbringen. So oder so: «Ein Highlight wird es auf jeden Fall», sagt Turnlehrer und Schulleiter René Loosli, der sie mit dem Mannschaftsbus hinfährt.

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Der Walkringer Schulleiter René Loosli und seine Schulmannschaften. (Fotos: zvg)

Einige Schülerinnen und Schüler der siebten Klasse in Walkringen sind jetzt schon nervös, und bis am 14. Juni wird sich ihre Aufregung noch steigern. Dann packen sie ihre Sporttaschen und fahren mit ihrem Schulleiter René Loosli im Mannschaftsbus nach Steinmaur ZH: Je eine Mädchen- und eine Jungenmannschaft haben sich für die Schweizermeisterschaften im Schulhandball qualifiziert.

 

Singend im Mannschaftsbus unterwegs

Loosli, Turnlehrer in der fünften/sechsten Klasse, ist stolz auf seine Schülerinnen und Schüler, und er freut sich selbst genauso auf den Anlass. Schon letztes Jahr hatte es ein Schulteam aus Walkringen an die Schweizermeisterschaften geschafft und war fröhlich mit ihm nach Steinmaur gefahren, singend und mit Musik aus der Box. Die Stimmung sei immer grossartig, sagt Loosli: «Es ist ein tolles Gemeinschaftserlebnis, das den Zusammenhalt stärkt.»

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Sie haben es auf den ersten Platz geschafft: Die Handball-Girls der siebten Klasse aus Walkringen. (Foto: zvg)

Und das heisst etwas: 1988 bewarb er sich frisch von der Lehrerausbildung in Walkringen, erhielt dort seine erste Stelle als Oberstufenlehrer und wurde schon bald Schulleiter. Seither habe er nie das Bedürfnis verspürt weiterzuziehen, sagt er und schmunzelt. «Ja, ich muss grad ein wenig schwärmen, seit 37 Jahren gehe ich jeden Tag gern zur Arbeit.» Das habe auch damit zu tun, dass er ein tolles Kollegium habe, «zweiundzwanzig Lehrpersonen, und alle ziehen am selben Strick».

 

Handball, Unihockey und wieder Handball

Es hat aber auch damit zu tun, dass Loosli Spass daran hat, Schwung in die Schule Walkringen zu bringen: Als begeisterter Handballer – er spielte seit seiner Oberstufenzeit Handball und pfiff später als Schiedsrichter bis zur zweiten Liga – steckte er seine Schülerinnen und Schüler an. Mit seinen Acht- und Neuntklässlern gründete er kurzerhand eine «Fernmannschaft aus Walkringen» zum Könizer Club 72. Drei, vier Jahre spielten sie so an Meisterschaften mit, dann überholte in Walkringen Unihockey das Handballspielen an Beliebtheit.  

Seit Schulleiter Loosli das Amt als Klassenlehrer abgegeben hat, konzentriert er sich aber wieder mehr auf Sport, und um das Jahr 2010 herum startete er mit einer fünften/sechsten Mischklasse wieder mit Handballturnieren. Nach einem Turnier in Lyssach fährt er jeweils die Schulmannschaften mit dem Kleinbus in die IKEA zum gemeinsamen Hotdog- und Glace-Schmaus – nach dem sportlichen Erfolg ein emotionales Highlight: «Die Stimmung ist fabelhaft.»

 

Wichtige Gemeinschaftserlebnisse

Solche Gemeinschaftserlebnisse findet Loosli wichtig: «Später reden die Jugendlichen nicht mehr von Mathematikstunden, sondern von solchen Anlässen oder von Schulfesten und Landschulwochen.» René Looslis Begeisterung steckt offensichtlich die Schülerinnen und Schüler an: Sie schafften es in den letzten Jahren meistens auf den zweiten oder dritten Platz. Und das, obwohl sie nur in der regulären Schulsportstunde trainieren und kurz vor den Turnieren noch ein paar zusätzliche Trainings an Freitagnachmittagen einschalten.

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Sie haben sich in der zweiten Runde nachqualifiziert: Die Handball-Boys der siebten Klasse aus Walkringen. (Foto: zvg)

Dieses Jahr waren die Walkringen-Teams sogar noch besser: Nach den Turnieren in Lyssach, Biglen und Grosshöchstetten schafften sie auch das Finalturnier Ende April in Köniz mit Bravour. Die Mädchengruppe trug den Goldpokal nach Hause, die Jungs verfehlten im Finalspiel den ersten Platz um ein Goal. Sie wurden dann aber als «beste Zweite» nachqualifiziert, und damit fahren sie nach anfänglich grosser Enttäuschung am 14. Juni doch noch mit an die Schweizermeisterschaften nach Steinmaur.

 

Schulfest und Jamiro Reber

«Den Bus habe ich schon gemietet», sagt Loosli, der letzthin auch in einem Abschlussfilm der neunten Klasse einen Schulbusfahrer spielte. Er freut sich über solche Vertrauensbeweise und darüber, dass auch die Neuntklässler:innen ihn noch grüssen. «Es ist schön, dass in der Schule Walkringen alle einander kennen», findet er. Das zeige sich jeweils am riesigen Schulfest: Es findet alle zwei Jahre statt, lockt samt Festwirtschaft und Klassenzusammenkünften rund tausend Leute an und bringt gemäss Loosli um die 33'000 Franken Umsatz.

Wie gut solche Aktionen der Stimmung an der Schule tun, merkt René Loosli unter anderem an seinem langjährigen, stabilen Lehrerkollegium – und an den jährlichen Besuchen des jungen Eishockeyprofis Jamiro Reber: Dieser habe in der sechsten Klasse unbedingt in Walkringen bleiben wollen statt in die Sportlerklasse zu wechseln, erzählt Loosli. «Das machten wir mit einer Sonderlösung möglich, und es funktionierte super.» Seither komme Jamiro jedes Jahr vorbei, und dieses Jahr zeigte er den Schulkindern seine Gold-Medaille. Auch das seien grossartige Highlights, freut sich Loosli: «Das motivierte alle und zeigte ihnen, was man erreichen kann, wenn man sich voll einsetzt.»

 

So oder so ein Highlight

Mitte Juni wird sich zeigen, was die beiden Handballmannschaften in Steinmaur erreichen, wenn sie sich voll einsetzen. «Sie sind nervös wie verrückt», sagt René Loosli. Und was, wenn sie nicht Gold erreichen? Dann, tröstet Loosli, lernen sie mit Verlieren umgehen: «Frust aushalten ist auch lehrreich, und das gemeinsame Erlebnis bleibt dennoch ein Highlight.»


Autor:in
Claudia Weiss, claudia.weiss@bern-ost.ch
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Erstellt: 11.06.2026
Geändert: 11.06.2026
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