«Arbeiter werden immer wieder beschimpft»
Die Sanierung der Hauptstrasse in Stettlen sorgt bei vielen Pendlerinnen und Pendlern für Geduldproben. Im Stau warten und dann den Frust an den Bauarbeitern auslassen. Gehts noch?
Wer jeden Tag in Stettlen im Stau steht, kennt die Situation. Sei es am Morgen oder am Abend, die Autokolonne fliesst nur zäh durch Stettlen und das schon seit über einem Jahr. Immer wieder sei es auf der Baustelle zu Pöbeleien gekommen.
Die Arbeiten unter den engen Platzverhältnissen und bei starkem Verkehrsaufkommen seien für die Bauarbeiter anspruchsvoll, schreibt das Tiefbauamt auf eine Anfrage von BERN-OST. Sie müssten jederzeit aufmerksam sein, damit die Arbeiten sicher ausgeführt werden könnten.
Heisser Sommer für die Bauarbeiter
Gleichzeitig beobachte man, dass sich nur wenige Autofahrer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit innerhalb der Baustelle hielten. «Zudem kommt es vor, dass die Arbeiter oder der Verkehrsdienst beschimpft werden», schreibt das Tiefbauamt. «Vielen Verkehrsteilnehmenden ist offenbar nicht bewusst, wie anspruchsvoll und körperlich belastend die Arbeit auf einer Strassenbaustelle ist », so das Tiefbauamt.
Die Bedingungen waren diesen Sommer besonders herausfordernd. Über mehrere Wochen hinweg lagen die Temperaturen bei über 30 Grad. Gearbeitet wurde trotzdem, häufig in der prallen Sonne.
Wegen zwei Minuten Wartezeit
«Während die Arbeiter diese anspruchsvolle Tätigkeit bei grosser Hitze verrichten mussten, sitzen viele Verkehrsteilnehmende in klimatisierten Autos und ärgern sich, wenn sie wegen der Baustelle zwei Minuten warten müssen», schreibt das Tiefbauamt.
Die Hitze ist vorläufig vorbei, die Baustelle noch nicht. Noch bis im Mai wird die Bernstrasse saniert. Während der Stosszeiten wird der Verkehr mittels Verkehrsdienst geregelt. Ausserhalb der Stosszeiten regelt eine Ampel den Verkehr.
Nächste Umstellung folgt
Bis Ende Jahr wird auf der Nordseite bis zur Bergackerstrasse gearbeitet. Danach werden die Arbeiten ab der Bahnhofstrasse auf der Südseite fortgesetzt. Nach aktuellem Stand soll die Sanierung im Mai abgeschlossen sein. Das Tiefbauamt bezeichnet diesen Termin als weiterhin realistisch, sofern keine unvorhergesehenen Ereignisse eintreten.
Dreijährige Baustelle in Stettlen
Seit Februar 2024 staut sich der Verkehr im Worblental in Stettlen wegen diverser Baustellen. Zuerst wurden zwei neue Kreisel zwischen Deisswil und Ostermundigen gebaut sowie die Bernstrasse auf derselben Strecke verbreitert und saniert. Zudem wurden im Dorfzentrum auf der Bernstrasse Fernwärmeleitungen verlegt. Danach wurde die Bernstrasse zwischen Ziegelhüsi und Bahnübergang verbreitert, um in der Mitte einen 2,5 Meter breiten Mehrzweckstreifen zu schaffen. Dieser Streifen soll ein sicheres Abbiegen Richtung Bernapark ermöglichen.
Seit September 2025 wird die Bernstrasse in Stettlen saniert, es wurden alte Leitungen ersetzt sowie die Strasse beim Schulhaus verbreitert. Bis Ende Jahr wird auf der Nordseite bis zur Bergackerstrasse gearbeitet. Ab Anfang 2027 werden die Arbeiten ab der Bahnhofstrasse auf der Südseite fortgesetzt. Bis Anfang Mai nächsten Jahres sollten die Arbeiten abgeschlossen werden.