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Filmprojekt Oberdiessbach: Mobbing, Drogen und Adoption

Die Realklasse der Schule Oberdiessbach steckt mitten in den Dreharbeiten ihres Abschlussprojekts. Der Langzeitspielfilm "Red Line" zeigt verschiedenste Arten der Grenzüberschreitung, mit denen Teenager im Alltag konfrontiert werden.

Miro Meschter, Andrin Zbinden und Victoria Graf sammeln in "Red Line" erste Schauspielerfahrungen. (Bild: Adrian Kammer)

Ella wird Opfer von Cybermobbing an ihrer Schule. Die adoptierte Jo mit ihrer Adoptivschwester. Jan und Robin gehören einer Kifferclique an. Und dann ist da noch die selbstbewusste Selina, die sich zuerst am Mobbing von Ella beteiligt und sie aber später unterstützt. Der Film "Red Line" erzählt fünf zusammenhängende Geschichten von jeweils fünf Protagonisten.

 

Grenzen testen

Der Titel "Red Line" (deutsch: "Rote Linie") beschreibt symbolisch eine Grenze. Jugendliche im Film testen Grenzen und überschreiten sie dabei auch schon mal. Häufig sind diese Grenzüberschreitungen mit einem Lernprozess verbunden, und so etwickeln sich die Charaktere während des Films weiter. Sie realisieren was zum Beispiel Drogen und Mobbing anrichten können und beginnen sich dagegen zu wehren.

 

Der Filmdreh selbst, dem die Schüler seit Ende April ihre ganze Schulzeit und zum Teil ihre Freizeit widmet, wurde für die jugendlichen Macher genauso zu einer Grenzerfahrung im positiven Sinne. Niemand aus der Realklasse hatte im Vornherein etwas ähnliches gemacht. "Es war schon gewöhnungsbedürftig so aus sich herauszukommen und zum Beispiel auszuflippen, wenn einem alle dabei zuschauen", sagt Victoria Graf, die die Rolle der Jo verkörpert. "Es ist definitiv ein einzigartiges Erlebnis, an das ich mich wahrscheinlich mein Leben lang erinnern werde", beschreibt Andrin Zbinden, der eine Nebenrolle spielt, die Dreharbeiten.

 

Nicht nur vor der Kamera

Die Schauspielerei ist jedoch nur ein Teil der Aufgaben der Schüler. Eine Gruppe ist zuständig für die Technik, Posten wie Regieassistenz und Finanzchef mussten besetzt werden und ein Sponsorenkonzept musste erstellt werden. Damit gingen die Schüler auf Firmen zu, um sie um Unterstützung zu bitten. Das Angebot geht von Nennung im Vorspann über Transparente im Filmsaal bis zu Firmenlogos auf dem Film-Flyer.

 

Das Filmprojekt der Realschule hat mittlerweile Tradition in Oberdiessbach. Seit 27 Jahren drehen die Schüler von Lehrer Rolf Haussener als Abschlussprojekt der neunten Klasse einen Film. Dabei werden immer Themen behandelt, die für die Jugendlichen gerade aktuell sind. Haussener übernimmt zum grössten Teil Regie, Drehbuch, Kamera und Schnitt. Die Schüler dürfen aber überall mitreden und ihre eigenen Ideen einbringen.

 

[i] Vorführungen "Red Line", 20.6 (20 Uhr), 21.6 (20 Uhr), 22.6 (20:30 Uhr), Mehrzweckhalle Herbligen


Autor
Adrian Kammer, adrian.kammer@bern-ost.ch
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Erstellt: 11.06.2019
Geändert: 11.06.2019
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