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Freibad oder Schulraum: Geht in Grosshöchstetten nur eines aufs Mal?

Grosshöchstetten hat mit der Schulraumplaung und der Sanierung des Freibads zwei teure Projekte in Arbeit. Der Gemeinderat will die Badi prioritär behandeln und die Schulraumplanung aufschieben. Die SP möchte, dass beides parallel weitergeht. Die anderen Parteien sind mit dem Aufschub einverstanden, allerdings nicht alle aus denselben Gründen.

Weniger wichtig als die Badi? Das Sekschulhaus Grosshöchstetten. (Bild: sekgrosshoechstetten.ch)
Der Gemeinderat von Grosshöchstetten hat die Liegenschafts- und Schulraumplanung (LSP) auf Eis gelegt und diesen Schritt damit begründet, dass die Planung der Freibadsanierung nun Priorität geniesse. Zu BERN-OST sagte Gemeindepräsidentin Christine Hofer, man wolle die LSP erst wieder aufnehmen, wenn das konkrete Badi-Projekt stehe und die Stimmbevölkerung über den entsprechenden Kredit befinden könne.

Auf Nachfrage begründet sie diesen Entscheid nochmals: "Wir haben zu wenig Manpower, um zwei so grosse Projekte parallel zu planen." Auch die Finanzen spielten aber eine Rolle. "Es macht Sinn, so grosse Investitionen zu etappieren und eins ums andere anzugehen."

SP: "Projekt darf Gemeinde nicht lahmlegen"

Damit sind nicht alle einverstanden. Die SP Grosshöchstetten schreibt in einer Stellungnahme: "Die Gemeinde ist gesetzlich verpflichtet, ausreichenden und geeigneten Schulraum zur Verfügung zu stellen." Die Sanierungen seien dringend, der Schulraum werde benötigt und ein Aufschieben auf Unbestimmt sei keine Lösung. Zur Badi-Initiative hatte die SP seinerzeit Stimmfreigabe beschlossen.

Karin Berger-Sturm, SP-Vorstandsmitglied, sagt dazu: "Sowohl die Schulraumplanung als auch die Sanierung des Freibads sind verpflichtende Aufgaben. Es kann nicht sein, dass ein 3,5-Millionen-Projekt wie die Freibad-Sanierung, eine Gemeinde lahmlegt und sonst nichts mehr geht." Sie fordert den Gemeinderat auf, die Maximalvariante der LSP, die nebst dem Unterhalt bestehender Liegenschaften auch den Neubau einer Dreifachturnhalle beinhaltet, nochmals zu überdenken und verschiedene, zahlbare Lösungen vorzulegen.

Freie Wähler sind glücklich

Die Freie Wählergruppe (FWG), die als einzige der Grosshöchstetter Parteien die Initiative unterstützt hatte, findet den Entscheid des Gemeinderats dagegen richtig. Martin Rychener, Vorstandsmitglied der FWG: "Wir sind sehr glücklich, dass es so schnell vorwärts geht mit der Badi. Dass die LSP nicht parallel dazu laufen kann, ist klar." Man stehe aber hinter der LSP, inklusive Neubau und Umnutzung der Turnhalle. "Es ist absolut notwendig, hier zu investieren, wenn wir als Gemeinde attraktiv sein wollen."

FDP und SVP begrüssen den Aufschub der LSP ebenfalls, allerdings unter anderen Vorzeichen. Beide Parteien stehen der LSP grundsätzlich kritisch gegenüber. Peter Gallliker, Präsident der FDP, sagt zwar: "Der Unterhalt der Schulliegenschaften ist unbestritten." Der Neubau der Dreifachturnhalle und die Umnutzung der alten Turnhalle seien aber "stark zu hinterfragen".

SVP sieht keinen Bedarf für Schulraumplanung

Auch die SVP ist keine Freundin der LSP und insbesondere gegen den Neubau der Turnhalle. "Wir haben genügend Schulraum und Turnhallenkapazitäten" sagt Präsident Werner Fankhauser. "Wenn die LSP noch weiter herausgeschoben wird oder hoffentlich gar nicht kommt, können wir sehr gut damit leben."

Am Entscheid des Gemeinderats ist wohl nichts mehr zu rütteln. "Wir werden die Bevölkerung an der kommenden Gemeindeversammlung orientieren", sagt Gemeindepräsidentin Hofer. Eine Diskussion sei nicht unbedingt geplant. "Für spontane Fragen sind wir natürlich offen. Der Gemeinderat hat aber gute Gründe, weshalb er die Sache so 'büschelet'."

[i] Siehe auch News-Bericht: 
- "Grosshöchstetten - Wegen Ja zur Badi-Initiative muss die Schulraumplanung warten" vom 25.4.2018
"Grosshöchstetten - Gemeinderat plant zentralisierte Schule und Dreifachsporthalle" vom 5.3.2017

Autor
Anina Bundi, anina.bundi@bern-ost,ch
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Erstellt: 13.05.2018
Geändert: 14.05.2018
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