Feuerwerksverbot

«Ich kann nicht dazu stehen, Feuerwerk zu verkaufen»

Das Feuerwerksverbot kostet Umsatz. Doch die grösste Sorge von Ladenbesitzerin Nunzia Kläy liegt an einem ganz anderen Ort. Ein Gespräch über schwierige Monate und die Hoffnung auf bessere Zeiten.

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Nunzia Kläy: «Es macht einem schon Angst, wenn die Umsätze dermassen wegbrechen.» (Foto: zvg)

Wegen der anhaltenden Trockenheit hat der Kanton Bern ein generelles Feuerwerksverbot erlassen (BERN-OST berichtete). Nunzia Kläys Papeterie in Konolfingen entgeht deswegen ein wichtiges Geschäft. Für die Ladenbesitzerin aus Konolfingen kommt dies zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

 

BERN-OST: Nunzia Kläy, seit Donnerstag gilt ein Feuerwerksverbot für den 1. August. Was haben Sie gedacht, als Sie das gehört haben?

Nunzia Kläy: Ich habe damit gerechnet und gehofft, dass es bald eine Regelung gibt. Wir haben noch abgewartet und keinen Materialcontainer bestellt, weil wir davon ausgingen, dass es wegen der Trockenheit soweit kommen könnte. Von dem her bin ich fast ein wenig erleichtert, dass wir jetzt ein Verbot haben.

 

Wie schlimm ist das für Ihren Laden?

Das ist ein riesiger Umsatzbrocken, der fehlt und nicht mehr kommt. Wir haben schon 40 Prozent Umsatzeinbussen wegen der Baustelle. Das dauert jetzt schon seit Anfang April und dauert noch bis Oktober. Viele Leute kommen deswegen nicht mehr in unseren Laden oder sind frustriert, dass sie wegen der Einbahn über Zäziwil, Grosshöchstetten fahren müssen. Ich schlage den Kundinnen und Kunden jeweils vor, auf dem Mehrzweckplatz zu parkieren und zu Fuss zu kommen.

Wie haben Sie auf die Baustelle reagiert?

Wir haben darüber diskutiert, die Öffnungszeiten anzupassen. Wir liessen das jedoch sein, weil wir nicht wollten, dass jemand kommt und dann vor verschlossenen Türen steht. Wir haben jedoch das Personal reduziert. Die Öffnungszeiten bleiben gleich.

 

Zurück zum Feuerwerk. Der Verkauf wäre ja nicht verboten.

Wenn es so trocken ist, kann ich nicht dazu stehen, Feuerwerk zu verkaufen. Wenn etwas passieren würde, hätte ich ein schlechtes Gewissen. Also lassen wir es sein.

 

Aber Sie kommen schon durch?

Ja, aber ich habe schon Existenzängste. Es macht einem schon Angst, wenn die Umsätze dermassen wegbrechen. Ich führe den Laden jetzt seit 26 Jahren. Wenn wir alles falsch machen würden, gäbe es uns nicht mehr. Corona war auch schlimm, aber da wurden wir vom Kanton entschädigt und es gab Kurzarbeit. Aber so wie jetzt, dass wegen der Baustelle kaum mehr jemand kommt, das hatten wir noch nie.

 

Feiern Sie trotzdem am 1. August?

(lacht) Ja, jetzt erst recht. Wenn es kein Feuerwerk gibt, ist es für die Tiere eher zum Aushalten.

Kläy Papeterie, Geschenke, Ballons, Emmentalstrasse 11, Konolfingen


Autor:in
Rolf Blaser, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 25.07.2026
Geändert: 25.07.2026
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