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Schulen Konolfingen: "Viele Lehrpersonen sind froh um die Maskenpflicht"

Seit dem 27. Oktober gilt an den Schulen Maskenpflicht für alle Lehrpersonen und Schüler*innen auf der Oberstufe. Auch die schon vorher bestehenden Massnahmen schränken den Unterricht ein. Wie wirkt sich das auf den Schulalltag aus und wie ergeht es den Betroffenen, zum Beispiel an den Schulen in Konolfingen?

Hygienemassnahmen im Unterricht: Die einen finden sie unzureichend, die anderen übertrieben. (Bild: Adobe Stock)

"An den Konolfinger Schulen haben die Lehrpersonen von Kindergarten bis 9. Klasse bereits eine Woche früher freiwillig Masken getragen", sagt Bernhard Bacher, Abteilungsleiter Bildung der Gemeinde Konolfingen. Seit dem Sommer gebe es Desinfektionsmittel in jedem Klassenzimmer und das Abstandhalten werde praktiziert. "Auf der Oberstufe haben wir wieder die altmodischen Pultreihen gemacht", so Bacher. Die Ironie dabei: Die Konolfinger Schulen wurden erst kürzlich mit topmodernem, flexiblem Mobiliar ausgerüstet, welches die Klassenzimmer weg von den starren Pultreihen zu einem bewegten Unterricht führen sollten.

 

Grundsätzlich würden die gebotenen Massnahmen an den Konolfinger Schule eingehalten. "Wir führen eine Liste und ergreifen wenn nötig Massnahmen," so Bacher. So mussten kürzlich auch rund zwanzig Schüler*innen aus den neunten Klassen in Quarantäne, weil sie im Konflager Kontakt mit einer positiv getesteten Person hatten. "Es gab zum Glück keine weiteren Ansteckungen", so Bacher. Die Schüler*innen seien während der Quarantäne online unterrichtet worden. "Auf der Oberstufe sind alle Aufträge über das Programm Classroom zugänglich."

 

Keine Wahlfächer mehr

Weiter wurden auf der Primarstufe ab dieser Woche das Wahlfachangebot sistiert. "Die Kurse finden alle am Montagnachmittag statt, und die Kinder kommen aus verschiedenen Klassen und Schulhäusern", sagt Bacher. Die Schliessung des Angebots sei darum als Vorsichtsmassnahem  vorgenommen worden.

 

Jetzt kommt noch das Masketragen dazu. "Im Unterricht funktioniert das gut", sagt Bacher. Draussen auf dem Pausenplatz und beim Veloständer sehe es anders aus. "Es sind halt Teenager, und man muss sie immer mal wieder ermahnen."

 

Im Sportunterricht störe die Maske, das sei klar. "Die Einschränkung ist sehr gross", sagt Bacher. Für die Oberstufe gebe es da die Möglichkeit, den Unterricht zu öffnen zu selbstorganisiertem Lernen. "Die Schüler*innen treiben im privaten Rahmen Sport und dokumentieren dies", sagt Bacher. Schwieriger ist es im Musikunterricht, eine Alternative zu finden. "Mit Maske – das ist einfach nicht das Gleiche." Wenn das Singen wegfällt bleibe noch das Instrument, doch dann müsse man alle Teile immer desinfizieren.

 

In der Unterstufe schwierig

Was die Auswirkungen der Masketragens auf die Lehrpersonen angeht, nennt Bacher zunächst den fehlenden Tragekomfort. "Aber das viel grössere Hanicap besteht im Unterrichten auf der Unterstufe", so Bacher. Da sei die Mimik ganz zentral. "Die Kinder sind darauf angewiesen." Daher hätte die Abteilung Bildung gesagt, dass die Lehrpersonen  in Unterrichtssequenzen, wo es ohne Mimik nicht geht und der Abstand eingehalten werden auf die Maske verzichten dürften. "Aber die Umsetzung in der Realität ist schwierig", so Bacher.

 

Die Akzeptanz für die Maske sei bei den Lehrpersonen aber da, trotz der allgemeinen Einschränkungen. Viele seien sogar froh, dass die Maskenpflicht nun auch für die Schüler*innen gelte, denn: "Dass die Schulen bei steigenden Fallzahlen nicht geschlossen werden, bedeutet Stress für die Lehrpersonen. Besonders für diejenigen, die selber gesundheitlich angeschlagen sind", sagt Bacher.

 

Und wie sieht es bei den Schüler*innen aus? "Bei den Familien gibt es das ganze Spektrum beim Umgang mit der Pandemie", sagt Bacher. Einige seien sehr ängstlich und meinten, die Massnahmen des Bundes reichten nicht. "Es gibt auch einige Kinder mit verletzlichen Personen in den Familien, die deswegen zuhause bleiben." Andere wiederum fänden die Massnahmen völlig übertrieben. "Aber das ist die allgemeine Diskussion."


Autor*in
Isabelle Berger, isabelle.berger@bern-ost.ch
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Erstellt: 08.11.2020
Geändert: 08.11.2020
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