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Schwingfest Münsingen: Das magische Dreieck des Aufbaus

Der Aufbau des Schwingfests in Münsingen ist eine logistische Herausforderung. Dank zweijähriger Planung und optimalen Bedingungen laufen die Arbeiten wie am Schnürchen. Auch die momentane Hitze ändert nichts daran.

Haben den Aufbau im Griff: Oliver Wittwer, Sara Stoller, Jürg Hofstetter (Bilder: Adrian Kammer)

Die Tribüne um die Arena nimmt langsam Gestalt an, zehn verschiedene Baufahrzeuge verkehren auf dem Gelände und auch diverse Zelte stehen schon. Das wichtigste Zelt der Baustelle des kantonalen Schwingfests in Münsingen wurde als allererstes aufgebaut, ist eher klein und steht am Rande des Festgeländes. Hier wird der ganze Aufbau bis in das letzte Detail geplant und koordiniert. Diese Verantwortung ist auf den Schultern von drei OK-Mitgliedern verteilt.

 

Sara Stoller ist die Jüngste des Trios. Die Gartenbauerin ist vor allem für die grosse Planung zuständig. Jürg Hofstetter ist seit einem Jahr pensioniert. Er bringt 30 Jahre Erfahrung im Event- und Hochbaubereich mit an den Tisch. Im letzten Jahr übergab er die Führung seiner Firma Hofstetter Zelt + Event AG seinem Sohn Marc. Komplettiert wird das magische Dreieck mit Oliver Wittwer. Er, der sein eigenes Baggerunternehmen führt, ist Experte für Baumaschinen. Zudem ist er für die Instruierung und Ausbildung der Arbeiter zuständig. Hier kommt ihm seine Militärkarriere zugute.

 

Für alle drei ist die Realisierung des Bernisch Kantonalen Schwingfests 2019 ein einzigartiges Projekt. Schon vor zwei Jahren begannen sie mit der Planung und Organisation des Aufbaus. "Es hat sich gelohnt und unser Zusammenspiel ist perfekt", sagt Oliver Wittwer. Effizienz ist bei ihm gross geschrieben: "Kein unnötiger Weg soll zurückgelegt werden, jeder soll wissen was zu tun ist, jedes benötigte Material und Werkzeug muss zur Verfügung stehen."

 

Logistisches Monstrum

Das Schwingfest ist ein logistisches Monstrum. Zur Zeit sind vier Personen den ganzen Tag unterwegs, um die anderen Bauarbeiter zu verpflegen und um sich um die sanitären Anlagen zu kümmern. Momentan laufen 15 verschiedene Baustellen. 80 bis 100 Personen sind auf dem Gelände beschäftigt. Laut Oliver Wittwer werden es in späteren Phasen des Aufbaus zwischen 450 und 500 sein.

 

Das Schlimmste, das in den Augen des Aufbau-Trios passieren könnte, ist ein Unfall. "Mehr als ein Bienenstich ist bis jetzt nicht passiert", sagt Sara Stoller. Hier kommt wieder Oliver Wittwers militärische Disziplin ins Spiel. Es herrscht strenge Ordnung auf den Baustellen. Kein Schreien. Kein Pfeifen. Jeder hat klare Anweisungen und Aufgaben. Nicht "jufle", sondern lieber langsamer und präzise arbeiten.

 

Trockenheit hilft

Während manch anderer über die Hitzewelle klagt, freuen sich die drei OK-Mitglieder über optimale Bedingungen. Dank der trockenen Verhältnisse können die Bauarbeiten uneingeschränkt stattfinden und der Bodenschaden wird auf ein Minimum reduziert, auch wenn alle zehn Baumaschinen gleichzeitig auf dem Gelände im Einsatz sind. So kann der Zeitplan problemlos eingehalten werden.

 

Trotz allen Vorteilen, darf das Risiko, welches Sonne und Hitze mit sich bringt, nicht unterschätzt werden. Mit entsprechenden Massnahmen kann dem jedoch gut entgegengewirkt werden. Regelmässige Pausen im Schatten gehören dazu, insbesondere aber genug Trinken. Ein Liter Wasser pro Stunde wird empfohlen. Zwischendurch werden auch alternativie Methoden zur Abkühlung eingesetzt. So wird eine Mulde auch schon mal mit Wasser gefüllt und kurzerhand zum Pool umfunktioniert.

 

[i] Wer den Aufbau des Schwingfests in Münsingen verfolgen will kann das mit der Webcam West und Webcam Ost auf der Homepage des BKSF 2019


Autor
Adrian Kammer, adrian.kammer@bern-ost.ch
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Erstellt: 29.07.2019
Geändert: 30.07.2019
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