Linden - Keine Sek-Klasse für Linden

Kurztext:Äusserst knapper Entscheid an der Gemeindeversammlung: Die rund 20 Schüler auf der Sekundarstufe müssen weiterhin nach Oberdiessbach.

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Das Schulhaus Linden: Hier werden auch künftig keine Sekundarschüler die Schulbank drücken. (Bild: Patric Spahni)
Die Angst, dass man nicht «gute» Lehrkräfte finden könnte, war ein Votum an der Gemeindeversammlung aus der Gegnerschaft. Die Eltern der rund 20 Kinder und auch der Gemeinderat hätten jedoch gewollt, dass diese, statt mit zum Teil wetterbedingt mühsamen Hin- und Rückreisen und sonstigem Aufwand nach Oberdiessbach zur Schule zu gehen, gleich vor Ort in Linden eine Sekundarklasse gehabt hätten.
 

Der äusserst knappe Entscheid bedeutet nun, dass die Siebt- bis Neuntklässler auf Sekundarstufe weiterhin ins einige Kilometer entfernte Oberdiessbach in die Schule müssen. «Die Reisekosten kann die Gemeinde nicht übernehmen. Sie bleiben bei den Eltern», erklärte Gemeindepräsident Thomas Baumann.

289 Stimmbürger kamen an die Versammlung – ein Rekord für Linden. Die Diskussion um die Sekundarklasse war das Hauptthema. Und der Entscheid war äusserst knapp: Bei 2 Enthaltungen machte es schliesslich 1 Stimme aus, dass die strategische Schulentwicklung in Linden definitiv nicht stattfinden wird.

Vergebene Liebesmüh

Es sei ein demokratischer Entscheid: Sowohl der Gemeindepräsident wie auch der zuständige Gemeinderat Christian Blum haben diesen knappen Entscheid akzeptiert. «Wir werden nun definitiv nicht einen weiteren Versuch starten», sagte Baumann. Frustration über den Entscheid zum Wohle der Kinder bestehe nicht, meinte der Gemeinde­präsident weiter.

«Ein wenig schmerzen tut uns das Herzblut, welches wir und vor allem die durch den Gemeinderat eingesetzte Arbeitsgruppe in das Projekt steckten zum Wohle der Kinder und zur Sicherung der Oberstufe.» Am Zusammenarbeitsvertrag mit Oberdiessbach wird nun also weiterhin festgehalten.

In einem weiteren Traktandum genehmigte der Souverän einstimmig die Nachkredite und den Ertragsüberschuss über 65'000 Franken.

[i] Siehe auch Newsberichte:
- "Linden - Gemeinde bleibt beim Alleingang" vom 23.11.2016
- "Linden - Lindener müssen nochmals abstimmen" vom 11.10.2016

„Linden - Wo die Schüler künftig in die Sek gehen, muss nochmals beschlossen werden“ vom 07.10.2016
"Linden - Hauchdünnes Ja zum Schul-Alleingang" vom 3.6.2016
"Eigene Sek für Linden: Oberdiessbach ist nicht erfreut" vom 10.5.2016
"Linden - Kontroverse Diskussion zur Schulzukunft" vom 4.5.2016

Autor:Heinz Schürch, Thuner Tagblatt

Kommentare

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  • Gabriela Graf, 3673 Linden vor 4 Monaten

    Über das mit Wiedersprüchen gespickte, zur Beinflussung noch nicht entschlossener Stimmbürger geschickt verpackte Votum des Referenten der IG der Gegner bin ich entsetzt. Wie kann man nur so undemokratisch vorgehen !!
    Weshalb zieht ihr nach Linden, um all die Vorteile des ländlichen Lebens zu geniessen , wollt euch jedoch nicht in das Leben der Gemeinde integrieren? Das heisst: Die Schule ist nicht gut genug für eure Kinder, weil angeblich keine geeigneten Lehrkräfte für ein durchlässiges Schulsystem gefunden werde können. Der Votant möchte diese Verantwortung als Lehrer nicht übernehmen. Ist er denn ein Massstab für alle Lehrer ? Ich glaube nicht !!

    • Brigitte Scheuner, Linden vor 4 Monaten

      Was ist los? Habe ich mich nach der Abstimmung gefragt. Ich bin überzeugt, dass diese Abstimmung durch die taktisch gut gewählte Rede der Beschwerdeführer unmittelbar vor (!) der Abstimmung sehr grossen Einfluss hatte und einige Stimmberechtigte beeinflusste. Diese Art und Weise befremdet mich. Hier geht es um Kinder. Wurde bei dieser Taktik auch an die Kinder gedacht, die eine optimalere Berufsvorbereitung erhalten hätten, wenn durchlässige Klassen mit dem Standort Linden angeboten würden??

      • Margreth Haldimann, Linden vor 4 Monaten

        Es ist nicht nur traurig, dass die Eigenständigkeit des Schulstandortes Linden darunter leidet, sondern auch, wie die Abstimmung ablief. Es dürfte nicht sein, dass ein Beschwerdeführender von der IG Zusammenarbeits Gruppe nach der offiziellen Diskussionsrunde das Wort verlangt und dann nochmals sich gegen eine Einführung der Sekundarschule Linden ausspricht. Falls es noch Bürger im Saal hatte, welche sich ihrer Meinung nicht sicher waren, stimmte er diese noch gekonnt um. Schade auf welches Niveau sich die Gegner herab liessen und mit nicht ganz fairen Mitteln gekämpft haben an der Gemeindeversammlung.

        • Christa Gossiaux, Linden vor 4 Monaten

          Es ist wirklich traurig dass die Gegner zur Erhaltung der Oberstufe Nein stimmten! Die Beschwerdeführer haben jetzt erreicht was sie wollten! Was ist schon ein Dorf ohne richtiges Schulangebot?! An die jungen Familien wurde nicht gedacht, viele Leute stimmten noch Nein wo überhaupt keine Kinder mehr haben wo es direkt betroffen hätte, oder schon lange ihre Kinder aus der Schule sind! Einfach nur traurig!