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Kunstrasen für Worber Fussballvereine: Komitee nimmt neuen Anlauf

Ein Komitee um Roland Graf vom SC Worb und Stefan Fässler von den Femina Kickers lanciert eine Volksinitiative mit der Forderung nach einem Kunstrasen-Fussballplatz im Worbboden. Fast dasselbe Anliegen wurde 2010 an der Urne abgelehnt. Mindestens eine Partei hat aber seither ihre Meinung geändert.

Schülerturnier im Worbboden. (Bild: Archiv BERN-OST)
Roland Graf vom SC Worb hat das Komitee "Pro Sport und Freizeitinfrastruktur Worb" initiiert. (Bild: zvg)
Dass Worb zu wenig Platz hat für seine beiden Fussballvereine SC Worb und Femina Kickers mit ihren über 500 aktiven Sportlerinnen und Sportler, bestreitet kaum jemand. Zwei zusätzliche Felder wären nötig, damit alle bei jedem Wetter trainieren und spielen können. Eine andere Möglichkeit wäre, einen der Rasenplätze durch Kunstrasen zu ersetzen. Kunstrasen kann intensiver genutzt werden und nimmt keinen Schaden, wenn er bei Regen bespielt wird. Bisherige Anläufe für ein Kunstrasenfeld in Worb blieben aber ohne Ergebnis.

Zuletzt versorgte der Gemeinderat letzten Herbst ein bereits fertig ausgearbeitetes Projekt in der Schublade. Kurz vorher hatte der Grosse Gemeinderat (GGR) den Finanzplan für die kommenden Jahre abgelehnt. "Für längstens ein Jahr" soll das Kunstrasen-Projekt deshalb sistiert werden, schrieb der Gemeinderat damals. Zuerst müsse es in Worb einen Konsens geben über die Finanzpolitik.

Vereine wollen mitzahlen

So lange wollte Roland Graf, Vizepräsident und Juniorentrainer vom SC Worb nicht warten. Als Initiant des Komitees „Pro Sport und Freizeitinfrastruktur Worb“ will er zusammen mit den beiden Fussballvereinen und mit Martin Weber, Ex-YB-Spieler und Ex-Trainer des SC Worb, das sistierte Projekt zur Abstimmung bringen.


Die "Worber Volksinitiative für einen allwettertauglichen Sportplatz" fordert den Ersatz des Hauptfelds Worbboden durch ein Kunstrasenfeld. Kosten: Rund 1,9 Millionen. Nach Abzug von Sportfondsbeiträgen und Eigenleistungen blieben für die Gemeinde Kosten von 1,6 Millionen Franken. Die Fussballvereine wollen sich mit 120'000 Franken an den Erstellungskosten beteiligen. Später wollen sie 8000 Franken pro Jahr zahlen für die Nutzung und Geld einsparen, indem sie den Platz selber instandhalten.

SP ist diesmal dafür

Schon 2010 war es zu einer Volksabstimmung gekommen über die Umwandlung eines Fussballfelds in Kunstrasen. Für das Projekt waren damals SVP, FDP und EVP. Dagegen kämpften EDU und Grüne. Die SP wechselte nach anfänglicher Unterstützung aus ökologischen Gründen ebenfalls ins Nein-Lager.

In den letzten Wochen war Roland Graf nun zu Besuch bei den Worber Parteien, um ihnen das Projekt vorzustellen und um Unterstützung zu bitten. Eine Zusage erhielt er bisher von der BDP - und der SP.

Dass sie ihre Meinung geändert hat, begründet die SP in einem Communiqué damit, dass ihre Vorbehalte gegen Kunstrasen heute nicht mehr angezeigt seien. Beim Kunstrasen würden zwar Produktion und Entsorgung die Umwelt belasten, beim Naturrasen dafür die Bewirtschaftung mit "enormen Mengen Dünger." Fussball sei aber wichtig für Gemeinsinn, Integration und Prävention. "Wir werden beim Sammeln der Unterschriften helfen und voraussichtlich eine eigene Kampagne machen für die Initiative", sagt Sandra Büchel, Präsidentin der SP Worb zu BERN-OST.

Bürgerliche Parteien unter Spardruck

Initiant Graf selber sitzt für die FDP im GGR. Er betont aber, dass er sich in der Sache nicht als FDP-Politiker, sondern als im Fussballverein aktive Privatperson engagiere. Denn ob seine Partei das Anliegen unterstützt ist noch offen.

Es waren SVP und FDP, die den Finanzplan letzten Herbst zurückgewiesen hatten mit der Forderung, die Investitionen der Gemeinde zu beschränken. Die bürgerlichen Parteien werden sich daher gut überlegen, ob sie ein 1,6-Millionen-Projekt unterstützen wollen. Beide haben zur aktuellen Initiative noch keine Entscheidung getroffen. Die Antwort der SVP steht nach Grafs Vorsprechen noch aus, bei FDP, EVP, GLP und den Grünen war er noch nicht.

Unterschriften sammeln will das Komitee aber so oder so. Denn Roland Graf ist sicher: "Ein Allwetterplatz ist für viele Leute in Worb wichtiger, als ein rigoroser Sparplan."

[i] Das Initiativkomitee will von Mai bis Juni die nötigen 600 Unterschriften sammeln und hofft auf eine Abstimmung noch in diesem Jahr.

[i] Siehe auch News-Berichte
- "Worb - Doch kein Geld für Kunstrasenfeld" vom 25.10.2017
- "Überall Sanierungsbedarf: Worber Komitee will zeitgemässe Sportplätze" vom 21.8.2016
- "Worb – Kampf um neuen Fussballplatz geht weiter" vom 14.8.2010

Autor
pd/abu, info@bern-ost.ch
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Erstellt: 12.03.2018
Geändert: 12.03.2018
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